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St. Peter-Stift in Kempen: „Screening“ belegt die ersten Corona-Fälle

Seniorenheim : St. Peter-Stift in Kempen: Ein „Screening“ des Kreises Viersen belegt die ersten Corona-Fälle

Auch ohne vorliegende Fälle gab es im Kempener St. Peter-Stift ein sogenanntes Screening aller Bewohner und Mitarbeiter. Das Verfahren teilte der Kreis Viersen erst auf Anfrage mit.

Im Verfahren der Corona-Screenings hat der Kreis Viersen eine Ausnahme zugelassen – ohne die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Bislang hieß es seitens des Krisenstabs, dass alle Bewohner und Mitarbeiter einer Senioreneinrichtung getestet werden, sobald ein Corona-Fall aufgetreten ist. Im Kempener St. Peter-Stift, für das der Kreis Viersen am Mittwoch zwei positiv getestete Bewohner mitteilte (die WZ berichtete am Mittwoch), gab es aber nun eine Art Initiativ-Screening seitens des Gesundheitsamtes. Das teilte Jürgen Brockmeyer, Vorstand der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist, am Donnerstag der WZ mit.

„Es handelte sich bei der am Dienstag durchgeführten Testung bereits um eine reguläre Reihentestung“, so Brockmeyer. Diese hatte der Leiter von St. Peter- und Von-Broichhausen-Stift nach eigenen Angaben bereits in „Eigeninitiative“ vorgesehen und schon organisiert, „da bis Ende letzter Woche ja nur Pflegeheime getestet wurden, in denen bereits ein positiver Fall aufgetreten ist“. Dies war laut Brockmeyer im St. Peter-Stift noch nicht so, ebenso habe es keine erkennbaren Symptome unter Bewohnern oder Mitarbeitern gegeben. „Da ich (nicht alleine) flächendeckende Testungen, gerade in den sensiblen Bereichen, für absolut notwendig erachte, habe ich alle Bewohner bzw. auch die gesetzlichen Vertreter sowie die Beschäftigten schriftlich um das Einverständnis gebeten, an einer freiwilligen Reihentestung teilzunehmen“, so Brockmeyer.

Diese sei dann für den 28. April geplant gewesen. „Am Freitag letzter Woche gab es dann von Seiten des Kreises Viersen eine Änderung und ich wurde informiert, dass die Reihentestung nun doch über das „Screening-Mobil“ durchgeführt werden soll“, so Brockmeyer.

Die Pressestelle des Kreises Viersen bestätigte am Donnerstag das Screening im St. Peter-Stift. Nach Angaben des Gesundheitsamtes hat es „einen persönlichen Austausch“ zwischen den beiden Einrichtungen der Hospital-Stiftung. Im Von-Broichhausen-Stift gibt es bereits seit einigen Wochen Corona-Fälle; dort hat der Kreis Viersen bereits zweimal ein Screening durchführen lassen. Ebenso seien dem Gesundheitsamt Symptome bei Bewohnern im St. Peter-Stift bekannt – im Gegensatz also zu den Angaben des Einrichtungsleiters.

Aus den genannten Gründen hat sich der Kreis zum Screening an der Auguste-Tibus-Straße 9 entschlossen. „Ansonsten gilt weiterhin, dass das Verfahren erst nach einem aufgetretenen Fall durchgeführt wird“, so ein Sprecher des Kreises Viersen. Langfristig bleibe es beim Ziel, alle Pflegeeinrichtungen im Kreis Viersen „durchzutesten“. Dazu gebe es aber noch keinen weiteren Entwicklungsstand.

Derzeit sind im St. Peter-Stift weiterhin zwei Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Fälle unter Mitarbeitern hat der Reihentest nach Angaben des Kreises Viersen noch nicht bestätigt. Im Von-Broichhausen-Stift gibt es weiterhin acht Corona-Fälle unter den Bewohnern und keine mehr unter den Mitarbeitern. Dies sind Zahlen mit dem Stand, Donnerstag, 18 Uhr. Akuellere Zahlen für die Pflegeheime lieferte der Kreis Viersen am Freitag nicht. Mehr zur Statistik im Info-Kasten.