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St. Hubert: Ann-Kathrin Hoogen bewirtschaftet das St. Huberter Forum

Von Fingerfood bis Spießbraten : Junge St. Huberterin ist für Verköstigung im Forum zuständig

Ann-Kathrin Hoogen schafft Büffets für bis zu 200 hungrige Personen. Sie kann aber auch „Live Cooking“.

Am vergangenen Sonntag feierte die SPD in St. Hubert ihr 100-Jähriges Bestehen mit einem Festakt im Forum St. Hubert. Für die rund 180 Genossinnen und Genossen sowie weitere geladene Gäste gab es Fingerfood und später Kaffee und Kuchen. In der Woche zuvor, beim Martinsball, wurden ebenfalls im Forum Spießbraten-Brötchen gereicht. Am kommenden Freitag ist Premiere der Kendelbühne – und auch die Theaterzuschauer werden Hunger mitbringen. Zur Nikolausfeier der örtlichen Feuerwehr gibt es für rund 100 Personen den klassischen Dreiklang aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Bei einer Sparclub-Auszahlung im Bürgerhaus Voesch lautet das kulinarische Motto „Country Style“. Verantwortlich für alle diese Verköstigungen sind Ann-Kathrin Hoogen und ihr Team.

Ausbildung zur Köchin in der Leuther Mühle

Die 29-Jährige, die mit ihrem Mann Tillmann und dem einjährigen Sohn Hannes in St. Hubert wohnt, betreibt in ihrem Heimatort den „Cookies Partyservice“ und ist seit dem vergangenen Sommer für die Bewirtung – also Essen und Trinken – im städtischen Forum zuständig. Dass sie professionell an den Herd wollte, war ihr schon in früher Jugend klar. Bereits nach Abschluss der Realschule bewarb sie sich um eine Ausbildung zur Köchin. „Minderjährige werden wegen des Jugendschutzes nicht gerne genommen“, erklärt sie. Man dürfe dann nicht länger als 22 Uhr arbeiten – in der Gastronomie oft eine unrealistische Zeitgrenze. Also machte sie das Beste aus der erzwungenen Wartezeit und holte in Geldern ihr Fachabitur nach, „mit Schwerpunkt Ernährung und Hauswirtschaft“, wie sie ergänzt. Es folgte die Ausbildung in der Leuther Mühle. Nach der auf zweieinhalb Jahre verkürzten Lehre machte sie sich fast sofort selbstständig. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, so Ann-Kathrin Hoogen.

Mit reichlich Unterstützung der Familie („Sonst geht so etwas nicht“) und einem Gründungszuschuss, der die gröbsten Fixkosten für ein halbes Jahr abdeckte, ging es 2010 los. Auf dem Hof ihres Vaters, einem gelernten Metzger, steht ihr eine Großküche zur Verfügung. Familiäre Unterstützung hat sie an der Unterweidener Straße nach wie vor. So hilft ihr Bruder Jan-Niklas Nytus mit, ebenfalls ein gelernter Koch. Auch Schwester Lena und Cousine Christina gehören zum Team. Sogar der Ehemann, hauptberuflich beim hiesigen Finanzamt tätig, hilft ihr gelegentlich. Insgesamt beschäftigt die Jungunternehmerin rund zehn 450-Euro-Kräfte, die sowohl bei der Zubereitung mit anpacken als auch beim Kellnern. Auf diese Weise „wuppt“ man Büffets für maximal 200 Personen. Wobei das klassische Büffet nach Hoogens Erfahrung nicht mehr so gefragt ist wie noch vor zehn oder 20 Jahren. „Eigentlich ist es nur noch bei Kommunionen gewünscht“, sagt sie.

Der Trend bei Hochzeiten und anderen Feiern sei vielmehr das „Live Cooking“, also Kochen vor den Augen des hungrigen Publikums. Horst Lichter, Tim Mälzer und Co. lassen grüßen. Wenn die St. Hubertertin „live“ den Grill anwirft, landen darauf natürlich keine schnöden Würstchen. „Wir grillen hochwertig, also zum Beispiel ein Rinderfilet am Stück, das dann für jeden Gast aufgeschnitten wird.“ Auch Spanferkel gehören zu ihren Spezialitäten. Um zu zeigen, welche Möglichkeiten in der heimischen Küche stecken können, kocht Ann-Kathrin Hoogen zudem regelmäßig im Fachgeschäft „Die Küche“: Mindestens einmal die Woche gibt sie an der Kuhstraße Kurse. „Jeder Kochkurs findet zu einem speziellen Thema statt“, erklärt sie.

Dass Gastronomie kein Zuckerschlecken ist, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Auf die Frage, ob sie ihre Wochenstunden zähle, antwortet die selbstständige Köchin nach kurzem Zögern: „Nein, auf keinen Fall.“ Das sollte man in ihrem Fall lieber lassen. Ihre letzten beiden großen Veranstaltungen in diesem Jahr sind die Weihnachtsfeier des Trommler- und Pfeiferkorps Schmalbroich am Tag vor Heiligabend und eine Silvester-Party im „KuBa“. Also kein Zuprosten mit den Liebsten aufs Jahr 2019? „Doch“, sagt Ann-Kathrin Hoogen. „Ich liefere das Essen gegen 20 Uhr aus, dann schaffe ich es locker bis Mitternacht.“ Hier geht es zur Website: www.cookies-partyservice.de