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Sparkasse Krefeld: Kunden kritisieren Schließung der kleinen Filialen

Standorte in Vorst, Oedt und St. Hubert : Kritik nach den Filialschließungen

(msc) Die Entscheidung der Sparkasse Krefeld, kleine Filialen wie die in Vorst, Oedt und St. Hubert wegen der Corona-Pandemie vorübergehend zu schließen, stößt nicht überall auf Verständnis. In den sozialen Netzwerken machen Kunden ihrem Ärger Luft.

Die Sparkasse wirbt indes um Verständnis für ihre Entscheidung.

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssten Arbeit und Familie in Einklang bringen, teilt die Sparkasse mit. „In der aktuellen Situation ist dies eine große Herausforderung. Es gilt, die Betreuung von Kindern zu gewährleisten, im Homeschooling zu unterstützen und ältere Angehörige zu versorgen. Als Arbeitgeber unterstützen wir dies nach Möglichkeit und müssen mit entstehenden Personalengpässen umgehen“, heißt es weiter. Auch über die Situation der zahlreichen älteren Kunden habe man sich Gedanken gemacht und die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen, versichert die Sparkasse.

Der 67-jährige Peter Rebig wohnt mit seiner schwerbehinderten Frau in Vorst und fragt sich, wie er und andere Sparkassenkunden, die zur Corona-Risikogruppe zählen, nun an größere Summen Bargeld kommen sollen – etwa für den Fall, dass eine Möbellieferung ins Haus steht. „Wenn nun alle Kunden zur Hauptstelle der Sparkasse gehen, bilden sich dort die Warteschlangen. Damit ist das Problem doch nicht gelöst“, sagt Rebig. Zudem fragt er sich, wie er nun an sein Bankschließfach kommen soll. „Ich habe Verständnis für alles, was Kontakte vermeidet, aber das ist fadenscheinig“, sagt er. Seine Befürchtung (und die vieler anderer): Die Sparkasse Krefeld nutze die Pandemie, um erneut Filialen dauerhaft zu schließen.

Thomas Loyen, Leiter Kommunikation bei der Sparkasse Krefeld, versichert: „Die Schließung der Filialen ist kein Beitrag zur Ausdünnung der Geschäftsstellenpräsenz, sondern coronabedingt und vorübergehend. Wir werden diese Standorte wieder öffnen, sobald dies möglich ist.“ Man habe diejenigen Filialen geschlossen (insgesamt sind es sieben), die keine Möglichkeit böten, die Corona-Auflagen zu erfüllen. Die Räume seien schlicht zu eng. „Wir wollen niemanden vor den Kopf stoßen, aber die Auflagen gelten nun mal auch für uns.“

Loyen appelliert an die Kunden, soweit es geht, auf die digitalen Angebote der Sparkasse auszuweichen oder anzurufen. „Dort wird den Kunden in vielen Fällen geholfen“, sagt Loyen. Auch die Selbstbedienungs-Foyers bleiben geöffnet. Wer doch in eine Filiale müsse, könne beruhigt sein: Wir sind davon überzeugt, dass wir in den offenen Filialen bessere räumliche Voraussetzungen haben, die Abstands- und Hygieneregeln umzusetzen. Gleichzeitig werden wir dort nun durchgehend Sicherheitspersonal vorhalten.“

Was die Schließfächer in den geschlossenen Filialen betrifft, stellt Loyen klar, dass deren Nutzung nach telefonischer Terminvereinbarung möglich bleibe. „Die Kunden haben die Schließfächer gemietet und somit ein Anrecht auf die Nutzung“, so Loyen.