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Sozialer Tag: Arbeitserfahrung für den guten Zweck

Sozialer Tag: Arbeitserfahrung für den guten Zweck

Im Rahmen des „Sozialen Tages“ arbeiteten Realschüler in lokalen Betrieben. Der Lohn kommt drei Organisationen zu Gute.

Kempen. Vasen säubern, Rosen schräg anschneiden und schließlich die Blumen vor der Ladentür dekorativ ausstellen: Eva-Maria Müllers (14) hatte im Blumengeschäft „Langenfurth“ an der Burgstraße alle Hände voll zu tun. Sie ist eine von rund 150 Schülern der Jahrgangsstufe 8 der Erich Kästner Realschule, die am Dienstag im Rahmen des „Sozialen Tages“ in einem lokalen Betrieb gearbeitet haben. Dieser wird seit 2009 durchgeführt. Die Idee ist simpel: Jugendliche stellen für einen Tag ihre Arbeitskraft zur Verfügung und bekommen dafür einen Lohn. Dieser kommt dann einer sozialen Organisation zu Gute.

„Für die Schüler hat das einen großen Lerneffekt“, sagte Schulsozialarbeiterin Mira Dugal-Klahre, die das Projekt begleitet. „Sie erhalten einen ersten Einblick in das Berufsleben und sehen darüber hinaus, dass es sich lohnt, sich sozial zu engagieren.“ Als „äußerst sinnvoll“ sah auch Arbeitgeberin Monika Langenfurth die Aktion an. Darum nahm sie, wie in den Vorjahren, eine Schülerin bei sich auf.

Den Betrieb ausgesucht haben sich die Schüler selbst. Die Bandbreite der Tätigkeiten war groß: Sie reichte von Textilbeflockung über Friseure bis zum Schlüsseldienst. Da Eva gerne mit Blumen arbeitet, war bei ihr die Wahl schnell getroffen. Ihre Mitschülerinnen Lea Mangelmann (15) und Kira Druyen (14) hingegen mussten etwas länger suchen. Denn: Viele Betriebe waren schon belegt. Zwei freie Plätze bot schließlich „Stefan’s Schokoladenmanufaktur“ an der Ellenstraße.

Teig zubereiten, Kuchen backen und Kunden bedienen zählten hier unter freundlicher Anleitung der Mitarbeiter zu ihren Hauptaufgaben. „Das ist auch etwas, das uns Spaß macht“, waren sie sich einig. Diese Aufgaben waren ebenso wie die Arbeitszeit bei allen Schülern in einer Vereinbarung mit dem Arbeitgeber schon im Voraus festgelegt worden. Selbiges galt für den Lohn. „Der liegt bei den meisten bei rund 20 Euro“, erzählten Lea und Kira.

Unterstützt werden drei verschiedene Organisationen: 50 Prozent der Einnahmen gehen in diesem Jahr an die Elterninitiative Krebsklinik, die sich um an Krebs erkrankte Kinder kümmert. 30 Prozent erhält die Kempener Tafel, die rund 200 Familien mit Lebensmitteln, Bekleidung und Haushaltsgegenständen unterstützt. Weitere 20 Prozent gehen an den Kinderschutzbund, der unter anderem durch anonyme Beratung per Kinder- und Jugendtelefon jungen Menschen hilft. Die offizielle Spendenübergabe erfolgt nach den Sommerferien, voraussichtlich Ende September.