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So verlief das Wochenende für die Außengastronomie in Willich, Kempen, Tönisvorst und Grefrath

Willich/Kempen/Tönisvorst/Grefrath : „Wir hatten eine Stammgast-Parade am Wochenende“

Die Reservierungslisten vieler Biergärten in der Region waren für Samstag und Sonntag voll. Die Gäste kamen trotz des regnerischen Wetters in Scharen.

Wirte und Gäste sind glücklich: Die Gastronomie darf seit dem Wochenende aufgrund der gesunkenen Inzidenzzahlen im Kreis Viersen die Außenbereiche wieder öffnen. „Es herrschte eine sehr gute Stimmung bei den Gästen und auch bei unseren Mitarbeitern, die sich nicht minder freuten, die Gäste wieder begrüßen zu können“, sagt Josef Hiller. Der Betreiber des Schiefbahner Kaiserhofs zieht eine positive erste Bilanz.

„Wir hatten eine Stammgast-Parade am Wochenende“, berichtet Hiller. Trotz monatelanger Schließung halten etliche Kunden ihm und seinem Team die Treue und waren sofort zur Stelle, als es wieder losging. Mit Trennwänden, Heizstrahlern und Decken startete der Kaiserhof die Außensaison, die an diesem Wochenende mit regnerischem und kühlem Wetter daherkam.

Um Auflagen wie einen negativen Corona-Test eines Testzentrums, eine Impfung- oder eine Genesungsdokumentation setzt der Kaiserhof auf eine kleine Kontrollstation, an der auch die Händedesinfektion stattfindet. Alles sei dort problemlos gelaufen, sagt Hiller. Ähnlich bestätigt es Christian Karpenkiel vom Restaurant Am Niedertor in der Albert-Mooren-Halle in Oedt. „Die Gäste kamen mit Negativ-Test auf dem Handy, bekamen die Plätze zugewiesen und füllten die Unterlagen für die Kontrollnachverfolgung aus. Es gab keinerlei Diskussionen. Alle waren einfach nur froh, dass sie ein frisch gezapftes Bier trinken und etwas leckeres essen konnten“, sagt Karpenkiel.

Die Tische, alle mit großen Sonnenschirmen gegen den Regen geschützt, waren nonstop besetzt – und der Bierdurst war groß. „Am Samstag gingen nur große Biere über den Tresen, also 0,4 Liter“, sagt der Oedter Gastronom.

„Es ist toll gelaufen, auch wenn das Wetter nicht so ganz mitgespielt hat“, sagt Willi Hirschmann vom Et Kemp’sche Huus in Kempen. 80 Prozent seines Biergartens hat er derzeit beschirmt. Aber auch die unbeschirmten Randbereiche wurden genutzt: Die Gäste brachten einfach ihre eigenen Regenschirme mit.

Hirschmann spricht von einem Kraftakt: Von Mittwochabend bis Samstag inklusive Feiertag alles an den Start zu bringen, sei eine enorme Herausforderung gewesen. Der Großhandel war brechend voll, und es gestaltete sich nicht einfach, seine gewünschte Ware zu beschaffen. 50 Liter Bierfässer zu bekommen, war gar unmöglich. Also besorgte Hirschmann kleinere Fässer.

Aber noch lange nicht jede Gastronomie öffneten ihre Türen. „Die Vorbereitungszeit war zu kurz. Wir wollten nicht im Hauruckverfahren an den Start gehen. Damit Service und Qualität stimmen, braucht ein Anlauf Zeit“, sagt Nannette Slowick. Die Betreiberin von Haus Vorst spricht von einem Winterschlaf, in dem man sich trotz des Außer-Haus-Angebots befunden habe. Eine funktionierende Gastronomie erfordere andere Vorbereitung als Essen zum Mitnehmen.

Das sieht Ralf Müller vom gleichnamigen Schiefbahner Restaurant ebenso. „Wer kann so schnell den gesamten Betrieb reibungslos hochfahren?“, fragt er. Er habe einige Produkte nicht bekommen können, und das Wetter fand er zu kühl. Müller will wie Slowick Ende dieser Woche seine Außengastronomie öffnen.