Segelflug in Grefrath: Schülerin macht Pilotenschein

WZ-Serie Himmelwärts: Glückwünsche an die Flugschülerin in Grefrath

Anna Hanßen, die die WZ seit langem in einer Serie begleitet, hat auf dem Niershorst in Grefrath den praktischen Teil ihrer Prüfung bestanden.

Lange Zeit hatte Anna Hanßen (17) ihrer praktischen Abschlussprüfung entspannt entgegen gesehen. Am Morgen des Prüfungstages war die Aufregung dann doch groß. Die Segelflugschülerin, seit Herbst 2015 beim Luftsportverein Grenzland (LSV) aktiv, studierte den Wetterbericht, ging letzte theoretische Fragen durch und brachte ihr Flugzeug zur Startposition. Nach drei kurzen Flügen ließ das Ergebnis nicht lange auf sich warten: Der Prüfer gratulierte umgehend, die Ausbildung war somit erfolgreich beendet.

„Ich bin sehr erleichtert“, so die Schülerin, die sich auf den großen Tag umfassend vorbereitet hatte. Nach zwei Kurzreisen und zahlreichen Übungsstunden auf dem Flugplatz Niershorst allein in diesem Sommer begann der September mit einer gründlichen Aufrüstung des Segelflugzeug-Modells K8 aus Brüggen. Franziska Mannhaupt, Mitstreiterin in ihrem Ausbildungsprogramm, und sechs weitere Vereinsmitglieder standen bereit, die einzeln verstauten Rumpf und Flügel zusammenzustecken. Mit Querkraftbolzen, Schrauben und Fokkernadeln sicherten sie erst die Verbindungen rund um das Gestänge des Rumpfes und hängten Verkleidung und Cockpit-Haube ein, ehe die Batterie in ihrer Halterung angebracht sowie Bordbuch, Fallschirm und Kissen im Cockpit eingerichtet wurden.

In Essen reichte es noch nicht zu einer vorderen Platzierung

Mit der K8 trat Anna Hanßen dann erstmals beim Jugendvergleichsfliegen auf dem Flugplatz Essen-Mülheim an. Dort verpasste sie die erhoffte Platzierung auf den vorderen Rängen. „Der Wettbewerb war aber eine gute Übung für die Abschlussflüge“, sagt sie. So musste sie im Doppelsitzer ASK 21 bei der Prüfung eine gute Kontrolle über die Steuerruder unter Beweis stellen, in einem Kreiswechsel zwei Steilkurven im 45-Grad-Winkel hintereinander fliegen und die Ziellandung meistern, bei der ein vorgegebener Landebereich anvisiert wird. Hinzu kam der durch den Prüfer initiierte Seilriss. Hierbei löst sich das Schleppseil während es das Flugzeug hochzieht und zwingt den Piloten zur schnellen Reaktion.

Um sich weiter zu verbessern, möchte Hanßen nun möglichst viele Flüge absolvieren. „Wenn mir das Flugschein-Dokument zugeschickt worden ist, darf ich wieder starten“, erklärt sie. Dann wird sie sich der letzten großen Aufgabe der laufenden Saison annehmen: Nach wahlweise 30 weiteren Kurzflügen oder insgesamt zehn Stunden im Segelflugzeug ist sie berechtigt, auch in Begleitung einer nicht ausgebildeten Person zu fliegen.

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