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Schulsanierung: Geduld der Eltern geht zu Ende

Schulsanierung: Geduld der Eltern geht zu Ende

An Grund- und weiterführenden Schulen in Kempen gibt es viel zu tun. Die Liste der Mängel ist lang.

Kempen. Die Geduld der Eltern geht langsam zu Ende. Dass sie in Sachen Sanierung der weiterführenden Schulen und der Grundschulen keine Ergebnisse sehen, verärgert sie zunehmend. Das machten Elternvertreter im Schulausschuss am Donnerstagabend deutlich. Sie haben sich erneut mit einem Brief an Politik und Stadtverwaltung gewandt.

Fast drei Din-A4-Seiten lang ist die Mängelliste für alle fünf Kempener Grundschulen. Die aufgezählten Defizite reichen von notwendigen Anstrichen, kaputten Fenstern und alten Möbel über veraltete Toilettenanlagen bis hin zu einem Mangel an Räumen. Ob die Stadt sich zeitnah mit dem Raummangel beschäftigen werde, fragte Elternvertreterin Andrea Gerino. „Wir sind dabei, den Ist-Zustand aufzunehmen“, machte Schuldezernent Michael Klee deutlich. Eine zeitliche Perspektive wollte er lieber nicht geben. Zurzeit habe die Schaffung von Kita-Plätzen oberste Priorität.

„Die Regenbogenschule platzt aus allen Nähten“, so Monika Schütz-Madré (Grüne). Ihrer Anregung, der Schule zum neuen Schuljahr wenigstens einen Container oder ähnliches zur Verfügung zu stellen, erteilte Klee aber eine Absage. „So kriegen wir keine Ordnung rein“, so Klee. Das ungeordnete Hin- und Herspringen würde nicht weiterhelfen. Stattdessen müsse man erst in Ruhe analysieren, was wirklich gebraucht wird, um dann entsprechend zu handeln.

Das Bauamt der Stadt ist zurzeit mit einer Fülle von Aufgaben konfrontiert. Neben der Schaffung von dringend benötigten Plätzen für die Kinderbetreuung zum 1. August ist akuter Handlungsbedarf durch Mängel in der Zweifachturnhalle an der Straelener Straße, die sogar geschlossen werden musste (die WZ berichtete).

An den weiterführenden Schulen, an denen zurzeit die Vorbereitungen für das Projekt Sanierung Schul-Campus laufen, sieht es auch nicht besser aus, wie die Stadt-Schulpflegschaftsvorsitzende Ute Gremmel-Geuchen in der Sitzung deutlich machte. Jüngstes Beispiel sei das Anbringen von Decken-Beamern. Für diese mussten erst neue Kabel verlegt werden. Die Umsetzung habe sehr lange gedauert und sei dann nach Meinung der Eltern auch noch „unsachgemäß“ erfolgt. Der Bereich Elektrik sei sehr sensibel. Da dauere das schon mal etwas länger, machte Klee deutlich.

In Sachen Schulsanierung kam für die Stadtverwaltung nun noch die Erkrankung einer Mitarbeiterin erschwerend hinzu. Sorgen bereitet den Eltern auch die fehlenden Räume für die Oberstufe, die 2020 in der Gesamtschule an den Start gehen wird. Der Ärger über die schleppenden Ergebnisse der Campus-Sanierung zieht sich nun schon über Monate.

Es gibt viel zu tun bei der Stadt. „Der Berg ist riesig. In allen Gebäuden“, so Klee, der nebenbei daran erinnerte, dass auch im Rathaus die Räume knapp werden. Dem Dezernenten blieb nichts anderes, als weiter um Geduld zu bitten. Mit dem neuen Technischen Beigeordneten Marcus Beyer sei er im Gespräch, um die Abläufe zu vereinfachen. Aber zwei bis drei Monate brauche man noch, um konkret werden zu können.

Ein weiterer Problem: Viele Handwerksbetriebe und Fachfirmen sind ausgelastet und stehen der Stadt nicht zeitnah zur Verfügung. Die Eltern regen daher Rahmenverträge mit Handwerkern an, um das zu ändern.

Dieses Problem zeigte sich auch beim Aufbau des WLAN-Netzes an den weiterführenden Schulen. An der Gesamtschule, der Erich Kästner Realschule und der Martinschule ist der WLAN-Ausbau abgeschlossen, zur Nutzung müssen aber noch Serversysteme aufgebaut werden. Am Luise-von-Duesberg-Gymnasium und Thomaeum muss das WLAN noch aufgebaut werden. Für beide Fälle sind die Aufträge erteilt. Nun kann die Stadt nur hoffen, dass sie auch schnell umgesetzt werden.