Schützen-Bezirk: Probleme mit dem Vogelschuss

Schützen-Bezirk: Probleme mit dem Vogelschuss

Wegen neuer Gesetze sind alte Schießstände verboten.

Grefrath/Nettetal. Die Schützen haben ein zentrales Problem: Die alten Schießstände für den Vogelschuss sind nicht mehr erlaubt. Die Diskussion zu dem Thema stand im Mittelpunkt der dreistündigen Jahreshauptversammlung des Bezirksverbandes Nettetal/Grefrath im Bund der Deutschen Schützenbruderschaften.

Rund 50 Vertreter aus 13 Bruderschaften und von einem Trommlercorps, die rund 1900 Schützen und Musiker vertreten, konnte Bezirksbundesmeister Karl-Heinz Bäumges (Schaag) am Montagabend im Buschbäckerhof in Vinkrath begrüßen.

In der Vergangenheit war es üblich, den oft kunstvoll gezimmerten Holzvogel einfach auf eine Stange zu montieren und in die Höhe zu hieven. Doch seit der Verschärfung der Waffengesetze muss der Vogel in einem Kugelfang aus Metall stehen.

Zudem muss das Gewehr vom Schützen in einer Lafette angelegt werden, die garantiert, dass die Kugel nicht zum Querschläger wird. Und im vergangenen Jahr wurde die Polizei angewiesen, keine Ausnahmegenehmigungen mehr für alte Schießstände zu erteilen.

Nicht ganz so streng sind die Bestimmungen, wenn Luftgewehre genutzt werden. „Allerdings ist diese Art von Wettbewerb für die Zuschauer nicht sonderlich attraktiv“, sagte Bäumges am Dienstag im Gespräch mit der WZ.

Wenn weiterhin mit Schrot- oder Kleinkalibergewehr geschossen werden soll, muss ein Schießstand her, der den aktuellen Sicherheitsforderungen entspricht. Doch solch ein Exemplar gibt es nicht in Grefrath oder Nettetal. Für Kleinkaliber müssen sie aus Straelen oder Viersen sowie für Schrot aus Münster angeliefert werden. Kosten für Ausleihe, Anreise und Personalkosten: rund 700 Euro, so Bezirksschießmeister Klaus Borgartz.

Die St. Anna- und Hubertus-Bruderschaft Schaag hat sich bereits einmal mit dem Bau eines eigenen Schießstandes beschäftigt. Doch realisiert wurde das Projekt nicht. Denn der Bau kostet zwischen 10 000 und 20 000 Euro.

Und die entsprechenden Genehmigungen einzuholen, dauert bis zu einem Jahr. „Zudem braucht man einen offiziellen Betreiber, der die Verantwortung trägt. Und wer soll das machen?“, fragt Bäumges. Aber er versprach: „Nach Karneval wird weiter diskutiert.“ Bezirksschießmeister Borgartz will das Problem auf Diözesan-Ebene ansprechen.

Ein weiteres zentrales Thema in Vinkrath war der Dekanatsball, der alljährlich im Herbst in Lobberich stattfindet. Das Konzept des Bezirksvorstands wurde mit Mehrheit angenommen, nur die Antonius-Schützen Grefrath und Laurentius-Schützengesellschaft Vinkrath stimmten dagegen: Es bleibt beim Weinball mit Tombola. Abgeschafft wird die Mitnahme der Bruderschaftsfahnen zur Messe und zum Seerosensaal. Ausnahme ist die Fahne der Bruderschaft des Bezirkskönig.

Eine Änderung gibt es aus dem Vorstand zu berichten: Heinz Gerd Heußen kandidierte nicht mehr als Geschäftsführer. Sein Nachfolger wurde Manfred Klisch (59) von den Grefrather Antonius-Schützen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung