Schülervertreter wehren sich gegen Turbo-Abi

Schülervertreter wehren sich gegen Turbo-Abi

Die Sprecher der Gymnasien setzen sich für die Abschaffung des G 8-Abschlusses ein.

Kempen. „Gute Nacht G 8“ — so lautet der Titel einer Kampagne der LandesschülerInnenvertretung NRW (LSV), bei der sich auch Vertreter aus Kempen für die Rechte der unterrichtspflichtigen Kinder und Jugendlichen einsetzen.

Bei einer Sitzung aller weiterführenden Schulen erarbeiteten gestern Kempener Schulsprecher ein gemeinsames Programm gegen die Verkürzung der Schulzeit an Gymnasien auf acht Jahre (G8). Sie wollen Politiker davon überzeugen, dass der Mehraufwand überwiegend negative Folgen hat, die in den schlimmsten Fällen die Schüler zu stark belasten.

„Wir setzten uns für die Abschaffung von G 8 ein, weil der Leistungsdruck einfach zu hoch ist“, unterstützt Lars Schmid (18), Vorstandsmitglied der Stadtschülervertretung (SV) Kempen, die Ziele des Projekts.

Die Landesdelegierte der LVR, Rebekka Atakan (18), sieht ein weiteres Problem in der geringer werdenden Freizeit: „Viele haben kaum noch Zeit für außerschulische Aktivitäten und vernachlässigen immer mehr ihr soziales Umfeld.“ Viele Abiturienten würden nach der Schule ein Jahr ins Ausland gehen, um sich vom Stress der zwölf Jahre zu erholen, gab die Gymnasiastin zu bedenken.

Die Jugendlichen der Kempener Schulen wollen mit einem Flashmob und Workshops an den Schulen auf die Kampagne aufmerksam machen und Befürworter für ihr Projekt suchen.

Die Vertretung Kempen kümmert sich allerdings nicht ausschließlich um die Rechte der Schüler, sondern organisiert auch Vorträge an Schulen über den Umgang mit Homosexuellen und Neonazis. Sie setzen sich zusätzlich für kleinere Klassen und mehr Lehrer ein.

Die jungen Leute werben auf dem Kempener Weihnachtsmarkt, beim Tag der offenen Tür des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums und des Thomaeums für ihre Arbeit. „Es macht mir Spaß, Schülern helfen zu können und für sie da zu sein“, begründet Vorstandsmitglied Lars Schmid sein ehrenamtliches Engagement.

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