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Schnäppchen-Schlacht im Eissportzentrum

Schnäppchen-Schlacht im Eissportzentrum

Beim Flohmarkt „Mädchen-Klamotte“ in Grefrath war am Sonntag eine Menge los. Die Damenwelt war auf der Suche nach guten Klamotten zu günstigen Preisen.

Grefrath. Die große Einkaufstasche von Isabelle Stankowski hat bereits beachtliche Ausmaße angenommen. „Ich glaube, wenn ich noch mehr finde, passt das nicht mehr in die Tasche“, sagt die 21-Jährige. Aber sie habe so viele schöne Sachen entdeckt und das zu absolut günstigen Preisen, da habe sie einfach nicht nein sagen können. Zumal ihr gesetztes Budget noch nicht überschritten sei, fügt sie an.

Ähnlich geht es Eveline Schroeder. „Ich habe für die Hochzeit meiner Freundin ein Kleid gesucht und hier gefunden. Und das zu einem Hammerpreis. Da ist noch Geld übrig für weitere Klamotten“, freut sich die Krefelderin.

Die Halle des Grefrather Eissportzentrums hat sich gestern in ein riesengroßes Shopping-Paradies für Frauen jeden Alters verwandelt. Die „Mädchen Klamotte“ lockte die Massen an. 123 Ausstellerinnen haben ihre Schränke durchforstet und aussortiert. Was zu klein oder zu groß geworden ist, nicht mehr gefällt oder vielleicht auch mal ein Fehlkauf war, wechselte zu Schnäppchenpreisen den Besitzer und ließ andere Frauenaugen strahlen.

Tische stehen neben Tischen, dazwischen parken Kleiderständer und es gibt sogar Kleider, die an Schneiderpuppen präsentiert werden. In Kartons stapeln sich Schuhe, in kleinen Kästen liegt Schmuck aus, und T-Shirts sind zu Türmchen aufgebaut. „Zwei Teile für fünf Euro“, preist ein Schild an einem geöffneten Koffer die Ware an. Daneben in einer Box gibt es sogar drei Teile für denselben Preis. Vor den Umkleiden bilden sich immer mal wieder Schlangen, und auch die Spiegel sind heiß begehrt. Schließlich muss geguckt werden, ob die mögliche Neuerwerbung sitzt und einem auch steht.

„Alles, was ich ein Jahr nicht mehr angezogen habe, habe ich eingepackt und mitgenommen. Dazu kommen Sachen, die meine Schwester aussortiert hat. Daher ist es eine ganze Menge geworden“, berichtet Caroline Puppe, die eigens aus Duisburg gekommen ist und selbst gerne einmal eine Runde über die „Mädchen-Klamotte“ drehen würde. Sie habe so viele tolle Sachen beim Aufbau gesehen, bemerkt die junge Frau. Aber es sei vielleicht besser, dass sie dafür keine Zeit habe, dann würde sie nämlich kräftig einkaufen und das gerade eingenommene Geld wieder ausgeben.

Andere Aussteller lassen es sich nicht nehmen, selbst eine Schnäppchenrunde zu drehen, wenn sie jemanden haben, der ihren Stand mitbetreut. „Ich habe zwei Jogginghosen für je zwei Euro gefunden. Ein Schnapper“, sagt Darline, die gerade zu ihrem Stand zurückkehrt, den sie zusammen mit Sophie betreibt. „Wir haben viel mitgebracht, aus dem wir einfach rausgewachsen sind“, erzählt Sophie und deutet auf ihr cremefarbenes Tanzballkleid mit Korsage, Größe 34. Es falle ihr nicht leicht, es zu verkaufen, „aber die klitzekleine Größe war einmal“.

Überall sind Verkaufsgespräche zu hören. Frauen jeden Alters feilschen. Verkäuferinnen erzählen Anekdötchen zu einzelnen Stücken. Da war es der Fehleinkauf, weil man gerade in Fruststimmung war. Oder die Hose war eigentlich von Anfang an etwas zu eng, aber die Hoffnung auf zwei bis drei Kilogramm weniger ließ Frau den Einkauf doch tätigen.

Geschichten, die jede der Besucherinnen aus Eigenerfahrung kennt. Ob die Stiefel mit hohem Absatz, die elegante Bluse, die witzige Tasche, die Modeschmuck-Kette oder die Jeans mit Blümchen — Bekleidung, Schuhe und Accessoires wechseln bei bester Stimmung fleißig die Besitzerin.