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Kempen: Schlechte Noten für den Niers-Express

Kempen : Schlechte Noten für den Niers-Express

Laut einer aktuellen Kundenumfrage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr bescheinigen Fahrgäste der Linie „RE 10“ etliche Mängel.

Kempen. Der in Kempen haltende Niers-Express (RE 10) zwischen Kleve und Düsseldorf hat bei einer Kundenumfrage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) schlecht abgeschnitten. Im aktuellen Qualitätsbericht 2015 des VRR finden sich unter anderem diese Sätze: „Der RE 10 wird von den Kunden als schlechteste Linie eines privaten EVU eingestuft: Die von der Nordwestbahn (NWB) betriebene Linie landet auf Platz 46.“ Bei 48 aufgelisteten Linien insgesamt. Die Befragten bemängelten besonders die Pünktlichkeit, den Zustand der technischen Einrichtungen im Zug und die Fahrgastinformation im Störungsfall im Zug.

„Wir haben gerade Ende des vergangenen Jahres keine Pünktlichkeit herstellen können“, sagt Nordwestbahn-Sprecher Wigand Maethner auf WZ-Nachfrage. Nun müsse man aufpassen, dass die Stimmung — sowohl bei den Fahrgästen als auch bei den Mitarbeitern — wieder besser werde. „Wir arbeiten daran und hoffen, dass wir uns im nächsten Ranking verbessern können. Das hat bei uns eine hohe Priorität.“

Noch Ende Februar diesen Jahres hatte sich die Unternehmensspitze zu Problemen zu Wort gemeldet: „Wir verstehen die verärgerten Fahrgäste des RE 10 ‚Niers-Express‘ sehr gut. Die Linie ist vergleichsweise schlecht ins Jahr gestartet“, kommentiert Rolf Erfurt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nordwestbahn. Störungen in der Infrastruktur der Deutschen Bahn, „Langsamfahrstellen“ und durch technische Störungen liegengebliebene Züge hätten zwischen Kleve und Düsseldorf zum Jahreswechsel für Einschränkungen gesorgt. Noch dazu hätten die Fahrzeuge in der Region seit längerer Zeit mit Türstörungen zu kämpfen.

Auch das Thema Information der Fahrgäste wurde angesprochen: „Wir haben in den letzten Wochen unser Personal nochmals geschult, um so die Kommunikation zwischen Leitstelle und Zugpersonal zu verbessern“, so Rolf Erfurt. In den Zügen würden Hinweise auf die Informationsportale des VRR angebracht, auf denen sich die Kunden im Störungsfall informieren könnten.

Die Nordwestbahn hat die Strecke des Niers-Expresses 2009 von der Deutschen Bahn übernommen. Die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung stellten damals eine Besserung der Probleme, die bereits bei der Deutsschen Bahn bestanden hatten, in Aussicht.

Daraus wurde nichts: Seit Jahren steht der RE 10 in den Negativ-Schlagzeilen. Über Unpünktlichkeit, Zugausfälle und mangelnde Kundeninformation berichtet die WZ seither regelmäßig.

In den vergangenen Jahren gab es diverse Initiativen, um die Situation zu verbessern. Unter anderem stockte die NWB ihre Fahrzeugflotte auf, um bei möglichen Defekten schneller reagieren zu können. Auch bei einem Runden Tisch im Kempener Rathaus gelobten die Verantwortlichen gegenüber den anwesenden Pendlern Besserung.

Vonseiten der Politik setzt sich unter anderem der SPD-Bundestagsabgeordnete Udo Schiefner für Verbesserungen für die Pendler ein. In Gesprächen mit dem Kempener Politiker stellten NWB und DB als Netzbetreiber Besserungen auf der Strecke in Aussicht. Pendler spüren davon nach eigenen Angaben aber noch nichts.

Zuletzt hatte die Deutsche Bahn als Reaktion auf die Kritik an der mangelnden Informationspolitik im Fall von Verspätungen und Ausfällen Veränderungen am Kempener Bahnhof angekündigt. Eine Sprecherin erklärte im Februar in der WZ, dass die Qualität der Lautsprecherdurchsagen verbessert werden soll.

Langfristig will die DB den Kempener Bahnhof zudem mit moderneren Anzeigetafeln ausstatten. Denn auch die derzeitigen elektronischen Tafeln stehen seit einigen Jahren bei den Pendlern in der Kritik. „Am Kempener Bahnhof sind diesbezüglich 2016 Neuerungen vorgesehen“, sagte die Sprecherin, ohne auf Details einzugehen. In jedem Fall solle sich der Service für die Kunden in Kempen verbessern.