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Schlagerparty „Reißt die Hütte ab“ mit 120 Schlägen pro Minute

Schlagerparty „Reißt die Hütte ab“ mit 120 Schlägen pro Minute

Die erste Grefrather Hallengaudi war ein Spektakel der guten Laune. Über 4000 Besucher kamen zu Krause, Wendler & Co.

Grefrath. Ein Abend, zehn Live-Acts aus Schlager-, Party- und Popmusik und mehr als 4000 Gäste — die erste Grefrather Hallengaudi war ein Spektakel der guten Laune. Unter dem Motto „Winter adé — Party olé!“ brachte die Pro Event Entertainment GmbH das Eissportzentrum zum Beben. Für Stimmung sorgten Mickie Krause, Michael Wendler, Olaf Henning & Co.

Schlagerparty „Reißt die Hütte ab“ mit 120 Schlägen pro Minute
Foto: Kurt Lübke

Vor allem die Besucherinnen hatten sich für ihre Lieblingsstars schick in Schale geworfen, was „der singende Friseur“ Tim Toupet als Eisbrecher mit seinem Song „Du hast die Haare schön“ würdigte, bevor der Kölner von Döner und Fliegern sang. Es folgte der Auftritt von Norman Langen (siebter Platz bei DSDS 2011), dem ebenfalls reihenweise die Frauenherzen zuflogen. Lorenz Büffel (MegaPark Mallorca) und DJ Christian Schall (Köln) moderierten die Sause und sorgten für Kurzweil zwischen den Auftritten.

Schlagerparty „Reißt die Hütte ab“ mit 120 Schlägen pro Minute
Foto: Lübke, Kurt (kul)

Dass es „den Schlager-Fan“ nicht gibt, verdeutlicht ein genauer Blick in die Menge. Da feiern die besten Freundinnen im Partner-Look neben Discofox tanzenden Paaren und älteren Semestern. „Meine Geschwister und ich haben das Ticket unserer Mutter Agate, die ein Riesenfan der Sängerin Loona ist, zum 50. Geburtstag geschenkt“, verrät Marta aus Kempen. Natürlich steht die fünfköpfige Truppe ganz vorne mit dabei, mit direktem Blick auf die Bühne.

Als Stimmungssänger Mickie Krause die weltbedeutenden Bretter betritt, geht ein Johlen durchs Publikum, das die Hände in die Höhe streckt und begeistert mitklatscht oder -singt: „Sie hatte nur noch Schuhe an!“ Mit der ersten Liedzeile hat der Münsterländer Barde alle auf seiner Seite. Einzelne Fans werfen ihren geleerten Bierbecher noch schnell in eine der grauen Mülltonnen an den Seiten, um zurück zur Bühne zu laufen und ihr Fotohandy zu zücken. „Reißt die Hütte ab!“, singt Krause und hält das Mikro in die Menge, die den Refrain lautstark wiederholt. Mit 120 Beats per Minute (Schlägen pro Minute) gräbt sich der wummernde Bass in die Magengrube.

Auch im VIP-Bereich hinter der Bühne ist die Musik noch deutlich zu hören. Auf Fernsehern läuft die Live-Übertragung aus der Halle, niemand verpasst nur eine Sekunde des Geschehens auf der Bühne. Trotzdem geht es dort, zwischen Cocktails und Büffet, gediegener zu. „Bachelor“ Paul Janke, der gemeinsam mit der Sängerin Marry („Tausendmal Du“) als DJ auftreten wird, stärkt sich mit Haxenfleisch und Gemüselasagne.

An der Bar ordert Steffi aus Dülken für ihre Begleitung und sich Bier. Am Eingang zum Panorama-Restaurant, erzählt sie stolz, habe sie vorhin Norman Langen für ein Foto abgefangen. Da kann es vorkommen, dass erwachsene Frauen vor Vergnügen kreischen und sich doll in den Arm nehmen.

150 Euro kostet ein VIP-Ticket — doch für seine Frau Beatrix ist Ralf nichts zu teuer. Zum Valentinstag hat der Krefelder sie, die sich als „Hardcore-Wendler-Fan“ bezeichnet, damit überrascht. Sie trägt schwarze Lackschuhe, Jeans und ein T-Shirt mit dem Konterfei ihres Idols Michael Wendler. „15 bis 20 Konzerte pro Jahr besuche ich“, sagt die Frau, auf deren mp3-Player „der Wendler“ in Endlosschleife läuft. Als der vorfährt, sieht er Beatrix und ruft ihr „Was machst Du denn hier?“ zu. „Wir rocken gleich die Bühne“, antwortet sie.

Die erste Grefrather Hallengaudi, das waren Silberkonfetti-Kanonen, Glitzerstäbe und ein Stückchen heile Welt. Für die bis zu 100 Kilometer angereisten Fans war es ein unvergesslicher Abend mit sieben Stunden Live-Musik.