Kempen : Pferdenachwuchs zeigt sich selbstbewusst und elegant

Bei der traditionellen Fohlenschau zeigten Züchter aus dem ganzen Rheinland und dem benachbarten Ausland ihre schönsten Vierbeiner.

„Das sieht gut aus“, kommentiert Martin Spoo von der Zuschauertribüne aus das frei laufende Fohlen der Reitponystute mit der Nummer vier an der Trense. Der ehemalige Zuchtleiter des Rheinischen Pferdestammbuches verfolgt das am 16. März geborene Stutfohlen nicht weniger aufmerksam als die drei Juroren auf dem Vorführplatz der Reitanlage am Schmeddersweg in Kempen. Auch als Besucher sei es schön, dabei zu sein. Da brauche man nicht so genau zu gucken, sondern könne locker schauen, meint Spoo lächelnd.

In den drei einzelnen Richter-Pavillons gehen die Wertungstafeln hoch. Unabhängig voneinander leuchtet dreimal die Wertungsnote 9 für den Typ auf. Auch bei den weiteren Noten für Schritt, Trab und der Gesamtnote liegen Fabio Ladwig, der neuer Zuchtleiter vom Rheinischen Pferdestammbuch in Wickrath, Gertjan von Olst aus den Niederlanden und Heinrich Ramsbrock aus Niedersachsen eng beieinander und das im hohen Punktebereich. „Mit 104,5 Punkte geht das Fohlen aus dem ersten Jahrgang von Coer Noble und aus der Stute Payback Girl von Pilatus in Führung“, verkündet der Moderator Theo Lenzen. Er ist Tierzuchtberater im Kreis Viersen.

Knapp 60 Fohlen gingen beim
Wettbewerb an den Start

Fohlen folgt auf Fohlen, wobei es in diesem Jahr knapp 60 Youngster sind, die an den Start des nunmehr dritten VTV-Fohlenchampionats des Kreispferdezuchtvereins Viersen-Krefeld. Das Kürzel „VTV“ steht dabei für den Sponsor „Vereinigte Tierversicherung“. Die Fohlen werden von ihren Züchtern in fünf Kategorien vorgeführt. Dies sind die Reitponystutfohlen, die Reitponyhengstfohlen, die Warmblutfohlen springbetont, die Warmblutstutfohlen dressurbetont und die Warmbluthengstfohlen dressurbetont. „Es wurden im Vergleich zum vergangenen Jahr zehn Prozent mehr Fohlen gemeldet. Das zeigt die gute Annahme des Championats seitens der Züchter“, sagt Theo Lenzen. Besonders freut ihn die Teilnahme der Züchter aus den Niederlanden und Belgien. Damit ist die Veranstaltung
international.

Der Zuchttierberater stellt jedes Fohlen kurz vor, während die Jungzüchter des Kreispferdzuchtvereins die Stuten, in der Schrittrunde und der getrabten Acht führen. Fohlen traben selbstbewusst neben ihren Müttern her, legen ab und zu auch mal einen kleinen Galopp ein. Bei den Besucher sind viele Fachgespräche zu hören. Man tauscht sich aus und kommentiert den vorgestellten Nachwuchs. Bernd Grotenburg, Vorstandsmitglied im Kreispferdezuchtvereins Viersen-Krefeld, spricht von einem Aufwärtstrend. „Wir haben wieder bedeutend mehr Fohlen auf dem Markt. Die Züchter sind wieder bereit, ihre Stuten decken zu lassen, weil die Nachfrage da ist. Der Rückgang der Jahre 2009/10 machte sich bemerkbar. In den letzten Jahren sind die Reitpferde knapp geworden. Nun fördert die Nachfrage die Zucht und weiteren guten Nachwuchs“, sagt
Grotenburg.

Derweil steht die Siegerin bei den Reitponystutfohlen fest. Die Nummer vier liegt vorn. Groß ist die Freude bei Züchterin Claudia Fleurkens aus Geldern. „Es ist das erste Fohlen von Payback Girl. Mir ist es wichtig, gute Kinderreitponys zu züchten, die für Kinder gut händelbar sind. Der Hengst Coer Noble wird von einem elfjährigen Mädchen geritten. Das allein spricht für den Hengst“, sagt Claudia
Fleurkens.

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