„Rudel-Radeln“ zu kritischen Punkten in Kempen und St. Hubert

Kempen : Radfahrer würden gerne immer über den Ring fahren

60 Teilnehmer kamen zum „Rudel-Radeln“ durch Kempen und St. Hubert. Sie machten deutlich, was sich aus ihrer Sicht verbessern müsse.

Erst waren es nur wenige Radfahrer, die sich am Georgsbrunnen auf dem Buttermarkt einfanden. Dann kamen aber nach und nach immer mehr, am Ende machten sich rund 60 Teilnehmer zum „Rudel-Radeln” durch Kempen und St. Hubert auf den Weg.

Aus St. Hubert war gleich eine ganze Gruppe von 19 Radfahrern gekommen, darunter mit Johannes (5) und Lilli (6) die Jüngsten der Tour. Gisela Ditzen, Sprecherin der Initiative „Fahrrad­stadt Kempen/Kempen West Co2-frei“, freute sich darüber sehr. Mehr noch: Denen, die sich ganz bewusst für die Teilnahme entschieden hatten, schlossen sich unterwegs immer wieder Radfahrer an, die spontan mitfuhren.

Im Blickpunkt standen bei der Rundfahrt vor allem diejenigen Strecken, die häufig von Schülern befahren werden. Weil die Gruppe so groß war und zudem von der Polizei begleitet wurde, konnten die Radfahrer auf Straßen fahren, auf denen ihnen dies sonst verwehrt ist. Zum Beispiel durften sie über den Ring radeln. Dort kam direkt die Idee auf, wenn das immer möglich wäre, würde die Fußgängerzone entlastet.

Der Radweg der Berliner Allee
ist vielen zu schmal

Als gleichen Genuss empfand es die Gruppe, die Berliner Allee in voller Breite nutzen zu können. Mehrfach wurde beklagt, dass dort der Radweg viel zu schmal sei – vor allem morgens, wenn Scharen von Schülern dort fahren. Tempo 30 und Kennzeichnung als Fahrradstraße, das wäre eine Möglichkeit, meinten viele. Auch die Einrichtung von Einbahnstraßenregelungen auf Birkenallee und Berliner Allee mit freier Fahrt in beide Richtungen für Radfahrer konnten sie sich vorstellen. Oder die Berliner Allee zur Sackgasse machen, so dass vor dem Luise-von-Duesberg-Gymnasium kein Autoverkehr mehr stattfindet.

Diskutiert wurde die Regelung des Verkehrs am Schwimmbad. Welche Änderungen ergeben sich durch den Neubau? Die Abfahrt vom Parkplatz dort über den Schmeddersweg war Thema. Denn der Weg ist nicht nur ein Feldweg, sondern durch die Flüchtlingsunterkunft sehr viel von Radfahrern und Fußgängern genutzt.

Ebenfalls beschäftigten sich die Teilnehmer mit den Halteverbotsschildern auf der Berliner Allee. Dadurch entstünden nicht nur Parkprobleme, die Autos fahren auch wesentlich schneller, hieß es. In diesem Zusammenhang wurden Eltern kritisiert, die gerade an den Grundschulen ihre Kinder bis vor den Schuleingang fahren.

Ein Fazit: Tempolimits
alleine reichen nicht

In St. Hubert machte vor allem Karl-Heinz Josten auf Gefahren aufmerksam. Die Tempobegrenzung würde meist von Autofahrern ignoriert.

Insgesamt ergab die Tour als Fazit, dass Tempolimits alleine nicht reichten, sondern bautechnisch etwas passieren müsse. Und dass es weniger Durchgangsverkehr geben müsse.

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