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Kempen/Kreis Viersen: Raupe sorgt für „Katastrophe“

Kempen/Kreis Viersen : Raupe sorgt für „Katastrophe“

Buchsbäume sind in diesem Jahr sehr stark vom Zünsler befallen — auch im Kreis Viersen.

Kempen/Kreis Viersen. Die Nachricht schreckt Hobbygärtner genauso auf wie professionelle Züchter: Die Buchsbäume sind gefährdet, weil die Raupe des Buchsbaumzünslers die Pflanze kahl frist. Der Befall ist in diesem Jahr vielerorts deutlich schlimmer als in den vergangenen Jahren. „Es ist eine Katastrophe. Wenn es so weitergeht, wird der Buchsbaum irgendwann ganz verschwinden“, beklagt Hermann-Josef Steeger.

Der pensionierte Gärtnermeister und passionierte Hobbygärtner züchtet in seinem Garten in Kempen bis zu zehn verschiedene Sorten von Buchspflanzen (die WZ berichtete). Es dauert fünf Jahre, bis eine Kugel einen Durchmesser von 20 Zentimetern hat. Jedes Jahr sind zwei Pflegeschnitte notwendig. Steeger will den eigenen Bestand deutlich verringern, weil ihm durch die vielen Schäden „die Dinge über den Kopf wachsen“.

Hermann-Josef Steeger, pensionierter Gärtnermeister

Viel Hoffnung kann er den Buchsbaum-Freunden nicht machen. Einen vorbeugenden Schutz gibt es nicht. Man könne allerdings Gesteinsmehl in die Büsche streuen, so Steeger. Das behindere möglicherweise die Eiablage und damit die Vermehrung des Zünslers.

Das Spritzen der Pflanzen oder das Streuen von Gesteinsmehl helfe in diesem Jahr gegen die Massen von Zünslern aber nur sehr bedingt. Wenn eine Pflanze erst einmal befallen sei, gehe sie meist in einer Woche ein, sagt Steeger.

Der Befall mit den gefräßigen grünlichen Raupen mit schwarzem oder dunkelgrünem Kopf, schwarzen Streifen und weißem Punkten ist auch nicht regional begrenzt. Steeger hat in den vergangenen Tagen immer wieder Anrufe von besorgten Hobbygärtnern aus der Umgebung bekommen — zum Beispiel aus Tönisvorst und Willich. „Da ist es genauso schlimm“, sagt er.

Die Raupen dürfen mit zugelassenen biologischen oder chemischen Mitteln bekämpft werden. „Darüber hinaus können die befallenen Pflanzen zurückgeschnitten oder komplett entfernt werden“, sagt Dorothee Kleinermanns vom Abfallbetrieb des Kreises Viersen. Wenn sich die Raupe des Buchsbaumzünslers allerdings bereits verpuppt habe, schlüpfe innerhalb einer Woche der Falter und lege seine Eier auf den nächsten Pflanzen ab.

Wenn der Buchsbaum entsorgt werden muss, sollten wichtige Grundsätze beachtet werden, heißt es beim Abfallbetrieb. Befallene Äste und Sträucher sollen möglichst schnell in Säcke gepackt oder in der braunen Tonne entsorgt werden, empfiehlt Kleinermanns. Dazu sollten die Löcher der Tonne vorübergehend abgeklebt werden. Keinesfalls sollte man die Schädlinge selbst kompostieren, weil diese so nicht abgetötet werden könnten.

Größere Mengen können zur Kompostierungsanlage in Viersen-Süchteln gebracht werden (an der Hindenburgstraße 160). Dafür müssen aber mindestens 23,80 Euro bezahlt werden. Eine andere Möglichkeit: Die Äste und Sträucher zu den ebenfalls kostenpflichtigen Wertstoffhöfen und Kleinanlieferstellen im Kreisgebiet bringen. Dazu sollten sie vor der Anlieferung in Plastiksäcke verpackt werden.