Projektkurse am Werner-Jaeger-Gymnasium

Projektkurse am Werner-Jaeger-Gymnasium

Vier Projektkurse bietet das Werner-Jaeger-Gymnasium an. Sie sollen den Zwölftklässlern bei der Berufsfindung helfen.

Lobberich. An der Schnittkante der Bodenprobe ist der Farbwechsel deutlich zu erkennen. Der braune obere Bereich wechselt in einen Ocker-Ton und wird nach unten hin immer heller.

Till Eisenberger (17), Schüler am Werner Jaeger-Gymnasium, notiert die Ergebnisse der Probe akribisch auf der Beschreibungstabelle. 15 Klassenkameraden und er lernen auf dem Gelände des Wasserwerks an der Wilhelmshöhe nahe Dyck, was Hydrogeologie, die Wissenschaft vom Wasser in der Erdkruste, ist.

Die Exkursion mit praktischen Übungen ist Bestandteil der Schülerakademie. Seit vergangenem Sommer können sich Zwölftklässler dabei für einen von vier Projektkursen entscheiden und erhalten somit Einblick in verschiedene Berufe. Das Gymnasium kooperiert dafür mit verschiedenen Partnern, unter anderem den Stadtwerken. „Die Schülerakademie soll bei der Berufsfindung helfen“, sagt Schuldirektor Hartmut Esser.

Till Eisenberger hat sich für den Projektkurs Naturwissenschaften entschieden, weil ihn Technik und Wissenschaft sehr interessieren. „Mein Berufswunsch ist Fluglotse“, sagt der 17-Jährige. Sein gleichaltriger Mitschüler Florian Berten hat ebenfalls klare Ziele: „Ich möchte Physik, also eine Naturwissenschaft studieren“, sagt er.

Zusammen haben sie mit einem Bohrstock die ein Meter tiefe Sondierung vorgenommen. Eine Farbtabelle hilft bei der Beschreibung des entnommenen Erdreichs. Es ist moosig bewachsen und wird als Wiese genutzt. Die Witterung ist trocken. Diese Daten sammelt Till auf der Beschreibungstabelle. Zur Seite steht den Schülern Geologe Christoph Seiler vom Aachener Büro AHV, das die Stadtwerke Nettetal in Sachen Grundwasserschutz und Wasserwirtschaft berät.

„Wir wollen Begeisterung für die echten Anwendungen unseres Berufes wecken“, sagt Seiler. Tatsächlich sind alle Schüler mit Feuereifer bei der Sache. „Das praktische Arbeiten macht Spaß“, sagt Ermontina Ademi (17), eine der wenigen Mädchen der Gruppe. Ihr Ziel: Ingeneurin werden, vielleicht Chemie studieren. Biologie studieren will Cosima Nellen (17), die bei einem Versickerungsversuch die Zeit stoppt.

Biolehrer Dirk Hintzen sieht das mit Freude: „Hier lernen die Schüler, wo Naturwissenschaften wie angewendet werden.“ Den Kurs, der in der Oberstufe die Facharbeit ersetzt, sieht er schon jetzt als Erfolg an. Die Schülerakademie endet nach dem ersten Schulhalbjahr 2012/2013.