60 Jahren in Kempen: Prinzenrollen reichen bis nach Rio

60 Jahren in Kempen: Prinzenrollen reichen bis nach Rio

Der beliebte Doppelkeks wird seit 60 Jahren in Kempen gebacken. Zum Geburtstag gab es eine „Roadshow“.

Kempen. Deutschlands meistverkaufter Keks hat Geburtstag: Die Prinzenrolle wird 60 Jahre alt. Vor allem in Kempen kann deshalb gefeiert werden. Denn an der Arnoldstraße wird der Doppelkeks mit Kakaocreme-Füllung seit sechs Jahrzehnten hergestellt.

1955 baute Edouard De Beukelaer II., Sohn des Firmengründers, in Kempen die Flämische Keksfabrik E. de Beukelaer und brachte somit die belgische Kekstradition nach Deutschland. Das Werk, seit 1999 nach Fusion der Unternehmen Griesson sowie General Biscuits Deutschland und Österreich in der Hand der Griesson-de Beukelaer GmbH & Co. KG, hat die größte Kapazität des Unternehmens. Jedes Jahr werden hier mehr als 35 Millionen Packungen des Klassikers hergestellt. Alle hintereinander aufgereiht würden von der Arnoldstraße bis nach Rio de Janeiro reichen.

Peter Gries, Leiter der Unternehmenskommunikation, sagt: „In Kempen stehen immer noch einige der längsten Backöfen Europas.“ Etwa 350 Mitarbeiter sind mit der Produktion des beliebten Doppelkekses beschäftigt. Auch die Varianten Choco-Duo und (ganz neu) Vollkorn sowie im Jubiläumsjahr Caramel als „Limited Edition“ werden hier gebacken. Nur die „Minis“ kommen nicht aus der Thomasstadt.

Genau genommen ist sie Prinzenrolle älter als 60 Jahre. Denn schon 1946 war die Geburtsstunde des Doppelkekses mit Schoko-Füllung. Vor sechs Jahrzehnten kam das Gebäck — damals noch unter seinem französischen Namen Petit Prince Fourré — über Kempen aber erstmals auf den deutschen Markt. 1964 wurde dieser Name dann zu „Prinzenrolle“ eingedeutscht.

Zum Geburtstag des Klassikers hatte das Unternehmen eine „Roadshow“ organisiert. In Bielefeld, Oberhausen, Bremen, Potsdam, Stuttgart und Nürnberg wurden die Bürger zu einem ereignisreichen Tag rund um „Deutschlands tolle Rolle“ eingeladen. Dabei konnte jeder eine „Rolle vorwärts für Deutschland“ schlagen. Für jede dieser Rollen spendete das Unternehmen 60 Cent an die „Stiftung RTL — Wir helfen Deutschland“. Die Gesamtsumme wurde — passend zum Jubiläum — auf 60 000 Euro aufgestockt. Peter Gries überreichte das Geld jetzt an Wolfram Kons, Moderator der Sendung „Guten Morgen Deutschland“.

Ebenfalls zu Gunsten der RTL-Stiftung wird demnächst eine 3,6-Kilo-Prinzenrolle — sie ist ausschließlich über den Fabrikverkauf erhältlich — versteigert. Das Besondere: Schauspielerlegende Mario Adorf (84) hat sie signiert. „Er stammt nämlich aus Mayen, dem Nachbarort von Polch“, erläutert Gries. In dem Eifelstädtchen Polch hat Griesson-de Beukelaer seinen Firmensitz.

Doch auch mit Kempen und dem Niederrhein sei man weiter eng verbunden, betont Peter Gries. Und erinnert an Millionen-Investitionen in den vergangenen Jahren in die Produktionsstätte sowie an das Sponsoring für den Altstadtlauf.

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