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Politik will mehr auf die Jugend hören

Politik will mehr auf die Jugend hören

Die Streetworker sollen bei den Jugendlichen für Fragestunden der Einwohner werben. Einen Platz im Ausschuss gibt es für den Nachwuchs allerdings nicht.

Grefrath. Lange Rede, kurzer Sinn: Jugendliche in Grefrath sollen zwar noch mehr gehört und in die Politik einbezogen werden. Aber sie können keinen Vertreter als Mitglied in den Jugendausschuss entsenden: Einen entsprechenden Antrag zog Andreas Sonntag (Grüne) nach gründlichen Beratungen vorläufig zurück. Dennoch bleibt der Vorstoß der Grünen nicht ohne Folgen: Die Politiker wollen die Möglichkeiten, Jugendliche mehr zu beteiligen, intensiver nutzen.

„Wir brauchen hier einen Vertreter der Jugendlichen, damit sie sich ernst genommen fühlen“, warb Andreas Sonntag als „Signal gegen die Wahlmüdigkeit“ junger Leute. Als Vergleich nannte er den Sportausschuss, dem ein Vertreter des Gemeindesportverbandes angehöre. Das überzeugte Rita Mack (SPD) nicht: „Dann gehörten aber auch Vertreter von Senioren und sozial schwachen Mitbürgern in den Ausschuss.“

Rechtliche Bedenken führte Sozialamts-Leiter Volkmar Josten an: Die Gemeindeordnung sehe nicht vor, dass ein möglicherweise nicht volljähriges Mitglied in den Ausschuss berufen oder gewählt werde. Nur der Gemeinderat könne darüber befinden. Unklar sei zudem, wie und von wem ein solcher Jugendvertreter gewählt werden könne. Weil jedoch alle Fraktionen beim Grünen-Antrag „das Ziel positiv, die Form aber nicht“ bewerteten, so Sebastian Trienekens (CDU), sei über andere Möglichkeiten nachzudenken.

„Nicht zufriedenstellend“ seien ihre Erfahrungen mit einem Jugendparlament, berichtete Streetworkerin Sabrina Buscher. So verwies Trienekens auf „die erfolgreichen Jugend-Fragestunden“. Ausschuss-Vorsitzende Dorothea Heller (SPD): „Wir haben vor jedem Ausschuss die Fragestunde der Einwohner, dafür könnten wir die Jugendlichen mehr motivieren.“ Sinnvoll sei, so der Tenor im Ausschuss, wenn die Mitarbeiter der Mobilen Jugendarbeit die jungen Leute gezielt auf die Fragestunden hinwiesen.

Damit konnte auch Andreas Sonntag gut leben, weil sich ja was bewege. Heller lobte Sonntags Haltung: „Die Grünen können sich ja schon die Jugend-Fragestunde auf Ihre Fahnen schreiben: Auch das war Ihre Idee.“