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Kempen: Pläne für Post und Kleinebrecht-Gebäude

Kempen : Pläne für Post und Kleinebrecht-Gebäude

Im Fachausschuss wurden Bauvorhaben angekündigt. Die WZ fragte bei den Bauherren nach.

Kempen. Im Bereich zwischen Bahnhof und Moorenring wird sich demnächst einiges tun. So stellte Heinz-Peter Cox am Montagabend im Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz zwei Bauvoranfragen vor, die das Gebäude der Post an der Ecke Moorenring/Thomasstraße betrifft und das Gebäude Ecke Am Bahnhof/St. Huberter Straße, in dem sich die Firma Kleinebrecht befindet. Beide Gebäude sollen abgerissen werden, so der Leiter des Planungsamtes und so Platz für Neubauten schaffen.

Kempen: Pläne für Post und Kleinebrecht-Gebäude
Foto: Kurt Lübke

Eigentümer des Postgebäudes ist die Fabri & Reuter Immobilien GmbH. René Reuter kümmert sich um die Projektentwicklung und berichtet im WZ-Gespräch über seine Pläne, deren Ausführung durchaus noch eine Weile dauern könnten, da die Post noch bis 2018 Mieter am Moorenring ist, mit der Option, den Vertrag zu verlängern. Nichtsdestotrotz hat er bereits eine Vorstellung, was am Moorenring geschehen könnte. „Ich würde der Post anbieten, dort Mieter in einer modernisierten und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Immobilie zu bleiben“, so der Grefrather. Darüber plant er Eigentumswohnungen.

Kempen: Pläne für Post und Kleinebrecht-Gebäude

Die dreigeschossige Bebauung soll sich an die der Thomasstraße anpassen und auch die denkmalgeschützten Häuser am Moorenring berücksichtigen. An der Thomasstraße ist eine Durchfahrt zur Rückseite des Gebäudes geplant. Dort werden auf dem jetzigen Postparkplatz Garagen für die Bewohner errichtet. Zudem soll es für sie eine Wiese geben. Das Grundstück sei mit seinen 3500 Quadratmetern — 800 davon nimmt das Postgebäude ein — groß genug, um auch ausreichend Parkplatz für die Postler zu bieten. Aber, so betont Reuter, dies alles sei noch Zukunftsmusik. Es könne durchaus das Jahr 2023 werden, bevor sich auf dem Postgelände etwas tut.

Oksana Kriwanek hat an der St. Huberter Straße schon einige Häusern gebaut. Ihr nächstes Vorhaben betrifft die Häuser St. Huberter Straße 22 und 24 sowie das Kleinebrecht-haus, das sich vom Am Bahnhof 14 bis zum Moorenring erstreckt. Ihr Lebensgefährte Gerald Eichhorn sagt auf WZ-Anfrage, dass er hofft, dass mit dem Abriss spätestens im August begonnen werden kann. Er rechnet mit einer Bauzeit von „etwas über einem Jahr“.

Entstehen sollen dann in diesem Bereich im Erdgeschoss eine Praxis. Eichhorn: „Wir haben da an Ärzte gedacht.“ Sowie Wohnungen im ersten, zweiten und dritten Obergeschoss. Letzteres erhält ein Mansardendach. „Alles ist 100 Prozent barrierefrei. Das Gebäude hat zwei Aufzüge sowie eine Tiefgarage für die Bewohner.“ Ein Teil der 18 Wohnungen, die 60 bis 80 Quadratmeter haben sollen, soll verkauft, der Rest vermietet werden. Die Preise werden „im mittleren Bereich“ angesiedelt seien. „Wer möchte, kann auch aus zwei Wohnungen eine machen“, sagt Eichhorn.

Tiefbauamtsleiter Thorsten Schröder stellte den Politikern den Stand der Planungen für die beiden Ausgleichsbecken vor, die noch im Bereich Post und Donkwall gebaut werden sollen. Es handelt sich dabei um Becken, die bei Starkregen Wasser auffangen sollen, um so Überschwemmungen zu verhindern. Ein Becken wurde bereits am Aqua-Sol gebaut. Zunächst, so Schröder, sei geplant gewesen, eines am Donkwall zu errichten. Doch bei der angedachten Fläche handele es sich um einen 100-prozentigen Bodendenkmalsbereich. Deshalb habe die Verwaltung nun den Bereich unter dem Parkplatz am Viehmarkt sowie dessen Erweiterungsfläche ins Auge gefasst. Dort könnten beide Becken nebeneinander liegen.

Eine archäologische Betreuung sei bei der Maßnahme nötig, sagte Schröder, da die Maßnahme eine „Bodendenkmalstörung“ sei. Doch die Kosten dafür würden sich in Grenzen halten. Mit den Bauarbeiten will die Stadt im späten Frühjahr des nächsten Jahres beginnen. Im frühen Winter 2017 sollen sie abgeschlossen sein. In der Zeit dazwischen gibt es dann natürlich keine Parkplätz auf dem Viehmarkt und auch die Kirmes wird nicht stattfinden können. Zudem wird der Ring halbseitig gesperrt. Neben all den Unannehmlichkeiten, die auf die Verkehrsteilnehmer zukommen, gibt es aber auch einen angenehmen Aspekt. Im Zuge der Arbeiten wird der Parkplatz Viehmarkt „optimiert“, so Schröder. Denn dieser befände sich nicht im besten Zustand und auch die Plätze seien eng bemessen. Mit einbezogen werde dann auch die Erweiterungsfläche. Insgesamt sei der Beckenbau „eine anspruchsvolle Maßnahme“, wie der Tiefbauamtsleiter sagte. Die Kosten dafür betragen zwei Millionen Euro.

Zum Thema unangenehme Maßnahme für Verkehrsteilnehmer teilte Schröder mit, dass am 25. April Straßen NRW mit der Sanierung der B 509 (Kempener Außenring) beginnen wird. Gestartet wird in Hüls, geendet in Grefrath am 28. August. Nach 20 Jahren sei die Sanierung notwendig, so Schröder. In einigen Teilen (Grefrath) würde die bitumöse Tragschicht erneuert, in anderen gebe es nur eine Deckensanierung. „Uns als Stadt betrifft es nur wenig“, so Thorsten Schröder. Auf die Autofahrer kommt eine Vollsperrung zu. Umleitungen seien großräumig und nicht durch Kempen geplant. Der Tiefbauamtsleiter versprach aber noch eine detaillierte Information für die Bürger.