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Pfauenkolonie auf Gut Heimendahl in Kempen

Kempen : Die Hingucker von Gut Heimendahl

Zwölf Pfauen leben auf der Anlage und fühlen sich sichtlich wohl.

Sie fallen sofort ins Auge. Das leuchtende Blau, das im Sonnenlicht changiert, und die lange Schleppe, die auch im gefalteten Zustand ein imposanter Anblick ist, ziehen die Blicke der Besucher an. Gemächlich wandert die Gruppe von zwölf Pfauen über den Hof von Gut Heimendahl in Kempen-Unterweiden. Die neugierigen Blicke der Menschen, die über den Platz zum Hofladen gehen wollen, stattdessen aber erst einmal stehen bleiben und den Anblick der edlen Tiere genießen, stören sie nicht. „Sie lassen sich zwar nicht anfassen, aber dennoch halten sie sich gerne in der Nähe von Menschen auf. Die Hofstelle ist ihr Lebensmittelpunkt“, sagt Hannes von Heimendahl, der gerade mit seinen Hunden den Hof quert. Die Jagdhunde interessieren sich dabei nicht im Geringsten für die Hühnervögel. „Sie wissen, dass sie zum Hof gehören und nicht gejagt werden dürfen“, erklärt der Gutsherr das Verhalten seiner Hunde.

Die Tiere übernachten jede
Nacht auf demselben Baum

Pfauen haben schon immer zu der Hofanlage gehört, wobei kein Mitglied der Familie weiß, wie die ersten Tiere, deren ursprüngliche Heimat Indien und Sri Lanka ist, nach Kempen gekommen sind. Wenn von Heimendahl an seine Kindheit zurückdenkt, dann kann er sich daran erinnern, wie sein Vater in der sommerlichen Dämmerung, wenn die Tiere schon in den Bäumen saßen, den Schrei der Pfauen imitierte und der Hahn antwortete. Ein wenig gruselig sei es schon gewesen, wenn der ungewöhnliche Schrei der Pfauen durch das Dunkel schallte.

Bei Einbruch der Dunkelheit zieht es die Pfauen nach wie vor auf einen Baum. Schlafen ist aus Schutz vor Fressfeinden in luftiger Höhe angesagt. Auch wenn diese Vögel schlechte Flieger sind, schaffen sie es doch, in Höhen von bis zu 15 Metern die Nacht zu verbringen.

Wenn sie wollten, könnten
sie jederzeit weggehen

„Es ist wirklich so, dass unsere Pfauen einen Stammbaum haben, in dem sie alle zusammen nächtigen. Ein Baum wird ein bis zwei Jahre genutzt, dann suchen sie sich einen neuen aus. Wobei alle Schlafplätze rund um den Hof liegen. Sie könnten auch in den Wald gehen. Das machen sie aber nicht“, berichtet von Heimendahl. Derzeit ist die Eiche neben dem Bärentor das Nachtquartier.

„Sie leben hier völlig autark und frei. Wir füttern sie nicht. Die Tiere könnten jederzeit weggehen und sich einen anderen Ort suchen. Aber anscheinend gefällt es ihnen auf Gut Heimendahl“, sagt Kastellan Andreas Cohrs.

Die Gruppe umfasst zwölf Pfauen – vier Männchen mit ihrem prächtigen Gefieder und acht etwas unscheinbarere Weibchen. Sie brüten auf der Gutsanlage und ziehen dort ihre Jungen auf. „Wir bekommen gar nicht mit, wo sie brüten. Auf einmal ist ein Muttertier mit dem Nachwuchs unterwegs, was immer ein schöner Anblick ist“, sagt von Heimendahl. Pfauen gelten als Glücksbringer, und daher freut sich der Gutsbesitzer über die Anhänglichkeit der Vögel.

Und ab und zu kann es auch passieren, dass die Besucher von Gut Heimendahl das Glück haben und einen Pfau ein Rad schlagen sehen.Dies ist eigentlich eine Schutzfunktion vor Feinden. Aufgrund der vielen Augen, die beim Auffedern der Schleppe zu sehen sind, entsteht der Eindruck, hier würde eine Schar von Tieren einen Abwehrangriff planen. Das soll Angreifer abschrecken.

Das Rad ist auch während der Balz zu sehen, wenn der männliche Pfau die Damen beeindrucken möchte. Beeindruckend ist dies aber nicht nur für die Pfauenweibchen, sondern auch für jeden Besucher auf Gut Heimendahl, der dieses Schauspiel miterleben darf.