Naturschutz: Oedter Kinder helfen der Natur

Naturschutz: Oedter Kinder helfen der Natur

Grundschüler machen bei einem Projekt des Nabu mit.

Oedt. Anstatt Mathe oder Deutsch gab es jetzt für Kinder der Oedter Gemeinschaftsgrundschule Naturkunde. Erst einmal spazieren die Grundschüler etwa eineinhalb Kilometer zu einer Ackerwiese in die Nähe des Auffelder Bauerncafés. Dort nehmen sie kleine Gartenscheren in die Hand, knipsen von den Weidenruten die Äste ab und machen daraus im Durchmesser von 25 Zentimetern etwa drei Meter lange Bündel, die zukünftig dort in dem Teilbereich des Zweigkanals die Uferböschungen etwas stabilisieren sollen. Gekommen sind mit ihren Lehrerinnen Irene Beurskens und Franziska Matoni 38 Kinder der Klassen 4d und 4e.

Vor viereinhalb Jahren waren schon einmal ihre Vorgänger und zwei Klassen dieser Schule dort. Damals wurden eben an dieser Stelle, wo jetzt der Schnitt erfolgt, unter fachmännischer Anleitung zwölf neue Weidenbäume gepflanzt. Und die Klassen erklärten sich damals bei der zugesagten Unterstützung und Begleitung des Nabu Grefrath bereit, für diese Bäume die Patenschaft zu übernehmen.

„Damals ist die ältere Generation hier mit den Pappeln aufgewachsen. Viele waren traurig, dass in diesem Gebiet etwa 70 solcher Bäume gefällt werden mussten. Jetzt wird die jüngere Generation mit den neuen Bäumen aufwachsen“, sagt Grefraths Nabu-Vorsitzender Rolf Brandt.

„Wir haben was gelernt“, sagt Schülerin Annika. Neben den Lebensräumen für Fische, Reptilien und Vögel stellen die Ufergehölze auch einen gewissen Puffer dar, damit nicht so viele Düngemittel in das Gewässer kommen. „Die Arbeit ist sinnvoll und sorgt sicher auch dafür, dass sich kleine Lebewesen in den Bündeln, die wir machen, verstecken können“, meint Luis. Luisa kennt sich bereits etwas mit der Gartenarbeit aus: „Ab und zu helfe ich meiner Mutter im Garten.“ Larissa erzählt: „Ich habe auch schon in unserem Schulgarten Äpfel gepflückt.“ Sie meint den großen Naturerlebnisgarten, den der Grefrather Nabu seit einiger Zeit direkt an der Grundschule hat.

Nach etwa zwei Stunden machen sich die 38 Kinder wieder auf den Heimweg. Einige wollen jetzt den Eltern bei der Gartenarbeit mehr helfen. Das ist auch der Plan der Aktion, die Kinder in kleinen Schritten an die Natur heranzuführen. schö

Mehr von Westdeutsche Zeitung