Oedt: Wer darf bei der Neugestaltung des Marktes mitreden?

Ortsentwicklung in Oedt : Wer soll über das Aussehen des Oedter Marktes bestimmen?

In der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause sorgte die Besetzung der Jury für Diskussionen. Im September startet das Verfahren mit einem Werkstatttag.

Wer soll über die Entwürfe für einen neuen Oedter Marktplatz entscheiden? Diese Frage wurde in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause intensiv diskutiert. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte beantragt, im Auswahlgremium die „Sachpreisrichter“, die mit zwei Fachpreisrichtern über den Gewinnerentwurf entscheiden, um weitere Akteure zu ergänzen: je einen Vertreter der Jugend, der Perspektiven für Oedt und des Heimatvereins Oedt. Zum Gremium gehören neben Bürgermeister Manfred Lommetz und Bauamtsleiter Norbert Enger je ein Vertreter jeder Fraktion sowie von der Interessengemeinschaft Oedt/Mülhausen und Älterwerden in der Gemeinde Grefrath.

Georg Fasselt, Sprecher der Perspektiven für Oedt und CDU-Ratsherr, zeigte sich sehr enttäuscht, dass die Beteiligung der Perspektiven nicht vorgesehen war. Dietmar Maus, ebenfalls CDU, sah das anders. Er wies darauf hin, dass große Fördersummen fließen würden und man das lange erarbeitete Verfahren nicht noch kurz vor Schluss ändern sollte. „Wir haben das lange beraten. Da sollten wir nicht auf der Zielgeraden eine Flanke aufmachen“, so Maus. Schon im Bauausschuss war angemerkt worden, dass die Perspektiven kein Verein seien und daher eine Aufnahme in das Gremium schwierig sei.

Vertreter von Perspektiven
und Heimatverein in der Jury

Die Perspektiven seien zwar kein Verein, so Fasselt, aber eine etablierte Initiative, die sich seit Jahren dafür einsetzt, dass sich im Ortsteil etwas bewegt. Fasselt plädierte dafür, dass die Oedter selbst über ihren Marktplatz entscheiden sollen und nicht zuerst die Politik.

Jens Ernesti, der bei der Gemeinde für das Verfahren zuständig ist, und Norbert Enger verwiesen darauf, dass man nicht mehr viel Zeit habe, weil das Gremium im September tagen müsse. Die nächste reguläre Ratssitzung ist erst im Oktober.

Am Ende einigte man sich darauf, dass mit Klaus Wichmann und Karl Willmen als Vertreter der Perspektiven für Oedt und vom Heimatverein zusätzlich aufgenommen werden sollen. Zudem sicherte Jens Ernesti zu, dass man intensiv um die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an dem Verfahren werben werde. Bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung wurde das Verfahren so beschlossen.

Damit kann der Auslobungstext herausgegeben werden. Damit sollen drei Landschaftsarchitektur- und Ingenieursbüros gefunden werden, die im Dialog mit den Akteuren vor Ort in einem Werkstattverfahren Lösungsvorschläge für die Gestaltung der „Neuen Mitte“ erarbeitet. Die Bürger können Ideen und Anregungen einbringen. Der erste Werkstatttag soll am 10. September stattfinden. Nach einem Abschlusskolloquium am 28. Oktober soll dann das Auswahlgremium den besten Entwurf küren. Am Ende wird der Rat über die konkreten Vergaben entscheiden.

Das Ganze ist Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) für Oedt, ein millionenstarkes Investitionspaket, um damit die Lebensqualität im Ortsteil zu steigern. Im Rat ging es auch um die Förderanträge für Projekte 2020. Dafür gab es ein einstimmiges Ja.

Im alten Schlecker-Markt
entstehen Wohnungen

Im ersten Schritt ist die Umgestaltung von Marktplatz und Vorplatz der Albert-Mooren-Halle zur „neuen Mitte“ ein vorrangiges Ziel von ISEK. Dabei wird die Neugestaltung die verschiedenen Nutzerinteressen unter einen Hut bringen müssen. Da sind die anliegenden Geschäfte, die gerne eine gute Durchfahrt und Parkmöglichkeiten erhalten möchten. Straßen NRW als Träger der Oedter Durchgangsstraße hat bereits mitgeteilt, dass der Verkehrsfluss nicht zu stark gebremst werden dürfe. Und da sind die Vereine und Bürger, die gerne die Aufenthaltsqualität verbessern möchten, die sich vielleicht Bänke oder Bäume wünschen und genug Platz, um dort Feste zu feiern. Die Perspektiven für Oedt haben sich schon vorgenommen, sich im August vor Ort zu treffen, um dort Ideen zu entwickeln.

Gerne hätten die Oedter für den ehemaligen Schlecker-Markt eine neue Nutzung als Geschäft oder Gastronomie gesehen. Dort haben sich die Eigentümer aber entschieden, das Erdgeschoss für eine Wohnnutzung umzubauen. Nach dem Schlecker-Aus 2012 war dort zunächst noch kurzzeitig ein anderer Drogerie-Markt eingezogen. Seit Jahren steht der Laden nun leer.

In Oedt hätten es Geschäfte schwer, so die Eigentümer im Gespräch mit der WZ. Lange habe man nach einer entsprechenden Nutzung gesucht und viele Hebel in Bewegung gesetzt, aber dies habe keinen Erfolg gehabt. Die Größe von rund 300 Quadratmetern war auch nicht mehr optimal – für einige Geschäfte zu klein, für andere potenzielle Nutzer wiederum zu groß. Daher habe man nun die Reißleine ziehen müssen und den Umbau zu Wohnungen gesetzt.

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