Oedt: Verdruss nach erfreulichem Jahr

Oedt: Verdruss nach erfreulichem Jahr

Engagierter Nachwuchs sorgt für Optimismus.

Oedt. 20 Prozent höhere Milch- und Zuchtviehpreise- von einem "sehr erfreulichen Jahr" sprach Freitagvormittag Theo Lenzen (38), Tierzuchtberater beim Kreis Viersen, bei der Jahreshauptversammlung des Kreisrinderzuchtvereins Krefeld/ Viersen/ Ruhrgroßstädte in der Mooren-Halle.

Das sah für den Zeitraum 1.Oktober 2007 bis 30. September 2008 auch Kreisvorsitzender Hans-Josef Weyers aus Nettetal so. Doch inzwischen sehe die Wirklichkeit für die Rinderzüchter wieder anders aus- die Preise sind um 20 Prozent gesunken. Lenzen: "Es sind eben immer nur Momentaufnahmen."

Erfreulich sei, dass der Kreisrinderzuchtverein gewachsen sei. Derzeit gebe es 92 Mitgliedsbetriebe. Auch die Vermarktungszahlen, die schon ein hohes Niveau hatten, seien um fünf Prozent gestiegen.

Lenzen führte dies unter anderem auf die gute Zusammenarbeit zwischen dem Verein und den Landwirten zurück. Anteil habe auch der Viehmarkt in Krefeld an der Westparkstraße. Monatlich würden dort 200 bis 300 Tiere verkauft, darunter zahlreiche aus dem Gebiet des Vereins.

2007 war die Rinderzucht erneut von der Blauzungenkrankheit betroffen, so Lenzen. Dies habe zu erheblichen Verlusten von Tieren bei den Züchtern geführt. Das sei 2008 anders gewesen, als ein Impfstoff zur Verfügung stand.

Lenzen: "Doch das Thema beschäftigt uns immer noch." Es müsse künftig "konsequent weiter geimpft werden". Thema ist die Blauzungenkrankheit auch, weil es Schwierigkeiten beim Export von Rindern gibt. Lenzen: "Hier hoffe ich auf eine rasche Besserung."

Sehr gut angenommen wurden 2008 das Züchterforum und die Informationsfahrt nach Dänemark. Dieses Jahr will man sich in Tschechien über Rinderzucht informieren.

Lenzen blickte optimistisch in die Zukunft: "Wir haben sehr gute und engagierte Jungzüchter und somit auch hoffnungsvolle Betriebsnachfolger." Jeder Hof habe im Durchschnitt 70 Milchkühe, plus Nachzucht. Im Rheinland sei der Kreis Viersen inzwischen hinter dem souverän führenden Kreis Kleve die Nummer zwei bei der Rinderzucht. mb

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