Oedt: Kita statt Lehrschwimmbecken?

Im DRK-Kindergarten fehlen Plätze. Über eine Nutzung des Nachbargebäudes wird nachgedacht.

Grefrath. Kein Geld und zu viele Kinder, die ab dem August einen Kindergartenplatz benötigen: eine Kombination, die Politik und Verwaltung in Grefrath vor allem mit Blick auf die DRK-Kita in Oedt in Nöte bringt. Neu ist diese Tatsache nicht. Bereits im vergangenen Sommer hatte die Verwaltung eine Übergangslösung gefunden. Der Grundschule (GGS) wurde von Bürgermeister Manfred Lommetz ein Raum „abgeschwatzt“, mit dem Versprechen: „Die GGS erhält den Raum am 1. August 2018 definitiv zurück.“

Jetzt haben wir eher Ende als Mitte Januar und eine Lösung für erwartete 95 Kinder — im Gegensatz zu heute etwa 75 — muss gefunden werden. Und das kostet. Weshalb dieses Thema am Montagabend Gegenstand der Haushaltsberatungen im Haupt- und Finanzausschuss (HuF) war. Dabei stellte sich heraus, dass sich Verwaltung und Politik Gedanken gemacht und getroffen haben. Dabei scheint ein Knackpunkt zu sein, den Raum in der Schule für die Zeit, in der an einer neuen Lösung gebaut wird, aus Kostengründen weiter zu nutzen. Im HuF wollten die Parteien, allen voran die CDU, noch nicht Farbe bekennen. Sondern erst in der nächsten Ratssitzung (5. Februar). Weshalb die WZ gestern bei Sozialamtsleiter Volkmar Josten und Bauamtsleiter Norbert Enger nachgehakt hat, wie denn der Vorschlag der Verwaltung aussieht.

Dieser bezieht das Lehrschwimmbecken, das nicht mehr genutzt wird, ein. Denn: „Wir müssen eine endgültige Lösung finden“, sagt Josten. Dabei stellt sich die Frage, wird das Lehrschwimmbecken für einen Neubau abgerissen oder soll die Außenhülle erhalten bleiben. „Öffnet man das Gebäude, so stehen 370 Quadratmeter zur Verfügung“, sagt Josten. Für einen Neubau zieht die Verwaltung eine Modulbauweise vor, bei dem die Bauteile — egal, aus welchem Material — zu 95 Prozent vorgefertigt sind.

Mit einbezogen in die Planungen ist der im Moment noch zu einer Seite offene Laubengang, der Kita und Lehrschwimmbecken verbindet. Josten: „Als ich beim Landesjugendamt unsere Pläne vorgestellt habe, wurde mitgeteilt, dass es nur eine Förderung für die 370 Quadratmeter gibt“, sagt Josten. Dennoch beziehen die Überlegungen den Laubengang ein, der dann rundum geschlossen werden soll, „damit die Kinder ohne eine Jacke anziehen zu müssen von einem Teil der Kita in den anderen gehen können“.

Wie auch immer die Erweiterung der DRK-Kita aussehen wird, für die Bauzeit muss ein Platz für die „überzähligen“ Kinder gefunden werden. Was Container ins Spiel bringt. Je nachdem wie viele davon gemietet werden müssen, erhöhen sich die Kosten. Könnten einige der Kinder in der GGS bleiben, würde es preiswerter.

Zu Kosten aber auch den Bauplänen konnte Norbert Enger ein paar Details beisteuern. Ein Abriss des Lehrschwimmbeckens sei ohne Gefahr für die Turnhalle möglich. das Dach, so Enger, ist sanierungsbedürftig. Eine neue Wand muss gezogen werden und die Dachkonstruktion getrennt werden“, erklärt der Bauamtsleiter. Da sich der First mittig über der Turnhalle befinde, sei dies kein Problem. Sollte die Außenhülle so belassen werden, muss eine neue Bodenplatte für das Lehrschwimmbecken gegossen werden. Und die Außenwände sowie das Dach nach „neuesten Vorschriften“, auch die Wärmedämmung betreffend, hergestellt werden. Danach könnte die Innenaufteilung je nach Bedürfnissen der Kita erfolgen.

Was die jeweilige Variante die Gemeinde kosten wird, konnte Enger noch nicht sagen: „Wir sind in einer frühen Phase.“ Es gibt aber schon Quadratmeterpreise. Für die Modulbauweise (Neubau) stehen 1400 Euro je Quadratmeter im Raum und für die Variante der Entkernung 2100 Euro. Beim Modulbau kommt jedoch der Abriss zu den Kosten hinzu, den Enger noch nicht beziffern kann. Und beim Innenausbau muss berücksichtigt werden, dass dann die Gemeinde das ganze Dach sanieren muss, wohingegen bei der Modulbauweise nur der Bereich über der Turnhallen erneuert werden muss, da in diesem Fall ein neues Dach für den Kitabereich bereits im Preis inbegriffen ist.

Ebenso wenig kann Enger Angaben dazu machen, was Container kosten werden. Zur Ratssitzung sollen dann die genauen Zahlen für alle Varianten vorliegen, so Enger. Damit sich die Politiker entscheiden können. Enger: „Wir rechnen dann mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren.“

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