Oedt: Die Niers aus 96 Perspektiven gesehen

Der Oedter Heimatverein zeigt in der Volksbank Fotos von der Niers. Damit soll ihre Bedeutung dokumentiert werden.

Oedt. Wohl fast jeder Grefrather ist als Kind schon in der Niers geschwommen. Sie sorgt regelmässig für überflutete Wiesen und Auen, für Schwäne und ab und an auch für Diskussionsstoff über ihre Sauberkeit. Sie prägt Teile der niederrheinische Landschaft; seit mehr als 80 Jahren gibt es den Niersverband, der sie unterhält und klärt.

Die Niers begleitet die Menschen am nordwestlichen Niederrhein. Doch sie findet nach Ansicht des Oedter Heimatvereins "viel zu wenig Beachtung", wie Vorsitzender Heinz Panzer sagt. Das soll sich durch die Ausstellung des Vereins, die am Freitag in der Oedter Volksbank eröffnet wurde, ändern.

Die Niers bildete im 12./ 13.Jahrhundert die natürliche Grenze zwischen den Herzogtümern Geldern und Jülich. Panzer: "Sie umwehrte die Burganlage und -siedlung Oedt mit einer Grabenanlage."

Die Niersniederungen müssen nach seiner Ansicht einst für Pflanzen und Tiere, die Wasser oder Feuchtigkeit lieben, "ein wahres Paradies" gewesen sein. Bis zum Ende des 18.Jahrhundert entstanden entlang des Laufes 52 Mühlen und 65 Burgen. Auch das wird in der Ausstellung dokumentiert.

Die 96 Ausstellungsfotos der Niers sind in verschiedene Themenbereiche unterteilt, sodass sich der Betrachter einen guten Überblick über ihren Verlauf von Kuckum, wo sie entspringt, bis ins niederländische Gennep, wo sie nach 116 Kilometern in die Maas fließt, machen kann. Ferner gibt es den Bereich "Leben für Mensch, Tier und Pflanzen".

Die Niersflussbettverlegung von 1927 wird thematisiert und an den ersten urkundlichen Hinweis auf die Niers, den Matronenstein in Kuckum wird verwiesen. In der Abteilung "Rettung durch den Niersverband" wird deutlich, wieviel Technik heute eingesetzt wird, um dasWasser zu klären.

Mittlerweile haben auch Reiherenten, Prachtlibellen, Schwäne und Störche die Niers wieder für sich entdeckt. Der Fluss punktet als idyllischer Lebensraum für viele Arten.

Von Bürgermeister Manfred Lommetz, und Volksbankdirektor Helmut Thoenes gab es viel Lob für die Fleißarbeit des Heimatvereins. Die Ausstellung läuft bis zum 30. April. Verbunden ist sie mit einem Preisrätsel. Bis zum 30. Mai müssen die Teilnahmescheine bei Heinz Panzer, Burgbenden 32, vorliegen, oder in der Sammelbox in der Volksbank sein.

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