Niedieck-Gelände ist verkauft

Niedieck-Gelände ist verkauft

Die Firma Laarakkers aus den Niederlanden will das Areal in Lobberich komplett aufbereiten.

Lobberich. Das Gelände der ehemaligen Textilfabrik Niedieck in Lobberich hat den Besitzer gewechselt.

Der Insolvenzverwalter hat es an das niederländische Unternehmen Laarakkers verkauft, das seinen Deutschlandsitz in Rheinberg hat. „Wir haben einen symbolischen Euro bezahlt“, bestätigt Laarakkers-Sprecher Peter van Zandvoort.

Das 4,4 Hektar große Areal liegt brach, seit der Niedieck-Mutterkonzern Girmes 2004 Insolvenz anmelden musste. „Wir waren seitdem immer bemüht, nach Lösungen zu suchen“, erklärt Dietmar Sagel von der städtischen Wirtschaftsförderung.

Zeit und Zufall hätten dafür gesorgt, dass die Stadt und die Firma Laarakkers zusammengeführt wurden. Man habe den Eindruck, dass nun mit Gründlichkeit und Dampf an das Projekt herangegangen wird.

Der Investor hatte das Gelände bereits seit längerem ins Auge gefasst. Da Laarakkers auf Abbrüche spezialisiert ist, habe man immer wieder die Entwicklung beim Niedieck-Gelände beobachtet.

„Dort ist lange nichts passiert“, meint van Zandvoort. Man habe allerdings festgestellt, dass es sich um ein attraktives Projekt handele, da bereits eine vernünftige Rahmenplanung der Stadt vorliege. Zudem gebe es potenzielle Investoren, die auf dem Gelände bauen wollen, nachdem es aufbereitet wurde.

„Wir haben kein Interesse daran, Entwicklungsfirmen Konkurrenz zu machen“, betont van Zandvoort. Man möchte lediglich die Gebäude auf dem Gelände abreißen und die Fläche sanieren. „Das ist unser tägliches Brot“, so van Zandvoort. Danach soll ein Bebauungsplan erstellt werden und das Areal weiterverkauft werden.

Van Zandvoort: „Wir wollen im Prinzip eine Brücke schlagen zwischen der Stadt und den Investoren.“ Dabei denke das Unternehmen durchaus auch daran, Teilbereiche anzubieten, so dass mehrere Käufer zum Zuge kommen könnten.

Die Stadt hatte bereits 2004 einen Entwurf entwickelt, der vorsieht, dass auf dem Gelände Wohnungen, kleinteilige Gewerbeflächen, Dienstleistungsfirmen sowie Grünanlagen entstehen sollen. „Das ist aber nur ein Rahmenkonzept“, erklärt die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche.

Die prozentualen Anteile der Flächen sowie die Dimension der Bebauung seien noch völlig offen. „Konkret festgelegt werden solche Dinge erst in einem Bebauungsplan“, sagt Fritzsche. Um diesen zu entwickeln, wolle man sich mit Laarakkers an einen Tisch setzen.

„Wir sind ebenfalls sehr daran interessiert, uns mit der Stadt zu beraten“, betont van Zandvoort. Das bisherige Konzept sei vernünftig.

Man müsse es lediglich an den heutigen Stand anpassen und sehen, was sich seit der Planung 2004 in der Umgebung getan hat. „Wir stellen uns außerdem die Frage, ob wir das gegenüberliegende Gelände noch dazu kaufen sollen“, sagt van Zandvoort.

Dieses gehört ebenfalls dem Niedieck-Insolvenzverwalter. Allerdings gebe es dort Objekte, die noch vermietet sind. Deshalb müsse zunächst geklärt werden, ob ein Verkauf überhaupt in Frage kommt.

Bei Laarakkers rechnet man damit, dass man frühestens Ende des Jahres mit dem Abriss beginnen kann. Da es sich um eine so genannte Altlasten-Verdachtsfläche handele, müsse zunächst geprüft werden, ob das Areal kontaminiert, also chemisch verunreinigt ist. Van Zandvoort: „Wir müssen für die Sanierung auf jeden Fall viel Geld in die Hand nehmen.“ Er rechne damit, dass das Gelände frühestens in eineinhalb Jahren fertig ist.

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