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Neuer Vorstoß für ein Rathaus bei Johnson

Neuer Vorstoß für ein Rathaus bei Johnson

Jetzt liegen die Zahlen auf dem Tisch: 2,4 Millionen Euro sollen Kauf und Umbau des Gebäudes am Bronkhorster Weg kosten. Die Sanierung des alten Rathauses soll teurer sein.

Grefrath. Wird das ehemalige Entwicklungszentrum von Johnson Controls (JC) am Bronkhorster Weg zum neuen Grefrather Rathaus? Seit 2010 wird in der Politik diese Frage diskutiert. Bislang ohne Ergebnis. Nun wird ein neuer Anlauf unternommen, um die Sache zu entscheiden: Die Verwaltung hat für Rat und Ausschüsse eine Vorlage erarbeitet.

Nach Informationen der WZ ist Johnson Controls mit dem Preis für das ehemalige Entwicklungszentrum noch einmal runtergegangen. Eine Million Euro will der Automobil-Zulieferer für das dreigeschossige Gebäude mit 3000 Quadratmetern Nutzfläche, das 6750 Quadratmeter große Grundstück und das Nutzungsrecht für 75 Parkplätze haben. Eine weitere Million Euro soll der Umbau und 400 000 Euro der Umzug der Verwaltung kosten.

Weil die Gemeinde für ihre 75 Rathaus-Mitarbeiter nicht die gesamten 3000 Quadratmeter braucht, gibt es zwei Varianten für die Nutzung des JC-Gebäudes: mit Mehrgenerationen-Haus oder Vermietung von 500 Quadratmetern.

Alternativ wurde durchgerechnet, das ehemalige Feuerwehr-Gerätehaus neben dem Grefrather Rathaus zum Mehrgenerationen-Haus umzubauen, das die Vereine „Älter werden in der Gemeinde“ und „Mutter und mehr“ nutzen sollen. Zudem ist ein Investor interessiert, im jetzigen Rathaus seniorengerechte Wohnungen zu bauen.

Wenn die Gemeinde das JC-Entwicklungszentrum kauft, müssen im Gegenzug auf jeden Fall vier Gebäude verkauft werden: Jugendheim „Dingens“, Wohnhaus Johannes-Girmes-Straße 19 a sowie die Rathäuser in Grefrath und Oedt. Denn ansonsten ist das Projekt nicht zu finanzieren.

Und was ist, wenn es im Gemeinderat keine Mehrheit für ein Rathaus am Bronkhorster Weg gibt? Dann müsste das in die Jahre gekommene Grefrather Rathaus saniert werden, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Brandschutz, Wärmedämmung und Heizung würden nicht mehr heutigen Anforderungen entsprechen, es fehle an Toiletten und Besprechungsräumen. Von Barrierefreiheit ganz zu schweigen. Das Grefrather Rathaus auf Vordermann zu bringen, soll — inklusive eines Neubaus für ein Mehrgenerationen-Haus und eines Rathaus-Anbaus für die Oedter Mitarbeiter — rund 2,8 Millionen Euro kosten.