Einweihung : Ein moderner Ort des Rückzugs

Am Hospital zum Heiligen Geist wurde eine neue Kapelle eingeweiht.

(aflo) Im Hospital zum Heiligen Geist in Kempen ist der Neubau in vollem Gange. Diesem muss auch die alte Kapelle des Hauses weichen.

Doch ohne Kapelle konnte sich das Kempener Hospital niemand vorstellen, sagt Geschäftsführer Thomas Paßers. „Aufgrund der Tradition kann das Haus nicht ohne eine Kapelle sein.“ Und ein Provisorium wollte man nicht schaffen. „Nichts hält sich so lange wie ein Provisorium.“

So räumte man neben der Eingangshalle drei Zimmer frei, die vorher als Büro genutzt wurden, um aus diesem Raum eine modernen, hellen und freundlichen Besinnungs- und Gebetsraum zu machen, der auch für Gottesdienste genutzt werden kann. Der Raum bietet insgesamt für 25 Menschen Platz. „Wir wünschen uns, dass es ein Ort sein wird, wo alle, die hinein und hinaus gehen, einen Ort zum Rückzug finden, beten, ihre Sorgen dalassen und Kraft schöpfen können.“

Der Künstler Robert M. Weber hatte den Raum entworfen. „Ein tolle Kombination aus zeitmäßigen Design zeitloser sakraler Kunst“, findet Paßers. Es ist bereits die dritte Kapelle, die er für die Artemed Kliniken gestaltet.

Die Seelsorgerin des Hauses, Sylvia Bolz sowie Probst Dr. Thomas Eicker und der evangelische Pfarrer Berd Wehner standen dem Gottesdienst vor, der aufgrund der Pandemie jedoch nur im kleinen Rahmen gefeiert wurde. Er begann mit der Entweihung in der alten Kapelle. Nach Gebeten und Ansprachen folgte die Verlesung der Entwidmung und das Licht in der alten Kapelle, die im Jahr 1984 errichtet worden ist, wurde ausgeschaltet. Das ewige Licht, die Osterkerze, die Bibel und das Fürbittenbuch wurden in einer Prozession durch das Krankenhaus in die neue Kapelle gebracht. Eine Ärztin des Hauses begleitete diese mit einem Querflötenspiel. In der neuen Kapelle erfolgte dann die Einsegnung derselben. Diese wurde in einer Urkunde bezeugt und feierlich an die Geschäftsführung des Hospitals übergeben.

Der Neubau der Kapelle ist ein großes Geschenk

Der Neubau der Kapelle sei „in der heutigen Zeit doppelt bemerkenswert“, sagte Seelsorgerin Sylvia Bolz bei der Vorstellung der Räume. Das gelte für die Gesamtsituation von Kirche und Gesellschaft, wo solche Räume in der Regel eher zurückgebaut werden.

Es sei besonders, dass ein privater Träger eine Kapelle neu schaffe, um einen Ankerpunkt für Gäste und Besucher zu schaffen, meinte die Seelsorgerin. Es sei wichtig, in dem Haus so eine Kapelle zu haben. Schon die alte Kapelle sei Anlaufstelle gewesen, wo man Kerzen angezündet, Fürbitten gehalten oder Einträge in das Buch vorgenommen habe. „Gut, dass das nahtlos wieder ein Anker sein wird. Das wird in das Haus ausstrahlen. Das ist ein bemerkenswert großes Geschenk.“

Sechs bereits gefüllte Fürbittenbücher zeigen, wie sehr schon die alte Kapelle genutzt wurde. Jetzt soll auch die Neue Kapelle Menschen aller Religionen und Konfessionen einen Ort des Rückzugs und der Besinnung bieten.

Die neue Kapelle ist an sieben Tagen pro Woche 24 Stunden geöffnet. Wegen der Pandemie und der entsprechenden Besuchsregelungen ist das Hospital derzeit nicht für jeden zugänglich, doch für die Patienten, Angehörige, Besucher und Mitarbeiter ist die Kapelle von nun an rund um die Uhr geöffnet.