Neue Gesichter im Kunstverband

Die Gruppe der bildenden Künstlerinnen und Künstler (BBK) am Niederrhein hat sich vergrößert.

Kempen. Über Verstärkung in der Fraktion der Bildhauer ist Gilbert Scheuss, Vorsitzender des Bundesverbands bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) Niederrhein, besonders glücklich. „Über Skulptur, Plastik und Installation freuen wir uns besonders, denn die Malerei ist schon stark vertreten,“ konstatiert er mit einem leichten Schmunzeln.

Um ihn herum werkeln die vier neuen Mitglieder des BBK, die sich in der Kempener Galerie Edith E. Stefelmanns in einer kleinen Gemeinschaftsausstellung ab morgen der Öffentlichkeit präsentieren. Claudia A. Grundel und Burhan Mohammad sind neue plastisch arbeitende Künstler in der Vereinigung, Karin Roth ist Malerin und Fee Brandenburg Druckgrafikerin.

„Ich arbeite viel zum Thema Bildsprache,“ sagt Grundel vor ihrer Installation aus einem alten Setzkasten mit Holzlettern und einer daran befestigten roten Acrylglasplatte, aus der Buchstaben herausgestanzt wurden. „Ich sehe das auch als eine Verbindung der alten und der neuen Medien.“

In Duisburg ist sie auch als Sprecherin von rund 300 freien Künstlern aktiv. Von ihrer Mitgliedschaft im BBK Niederrhein verspricht sie sich Synergien sowie weitere Vorteile einer Künstlervereinigung.

Für die Malerin Roth war nach Studium und einer Zeit des freien Schaffens jetzt die Zeit reif, Mitglied im BBK zu werden. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit sind sehr abstrakte Abbildungen der Natur. Anfangs besaß ihre Serie „Wald“ noch naturalistische Züge, doch jetzt reizt sie die Abstraktion in ihren von der Vertikalen geprägten Arbeiten. Bei der leichten Plastizität, die sie einem dunklen Streifen gegeben hat, ist sich der Betrachter aus direkter Nähe sicher, dass es sich um einen Baum handeln muss. Mit ihrer Farbgebung möchte sie auch provozieren, was bei der Wahl von Pink und Türkis locker gelingt.

In Serien arbeitet auch die Druckgrafikerin Fee Brandenburg. Bei ihren Lithografien sind schon vom Herstellungsprozess Serien Voraussetzung, denn jede Farbschicht wird vor dem Druck auf eine neue Steinplatte aufgetragen. So ergibt es sich von selbst, dass sie immer zeitgleich an mehreren Serien arbeitet — manchmal kann es bis zur Vollendung einer Grafik Jahre dauern. „Ich freue mich darauf, durch den BBK mich mit mehr Künstlern austauschen zu können und strebe auch Kooperationen an.“

Als Bildhauer im klassischen Sinn bearbeitet Burhan Mohammad Holz, am liebsten hartes Eichenholz — „es gibt bessere Resultate“. Aktuell ist es das Motiv Hochhaus, das ihn beschäftigt. Seine Haus-Skulpturen erinnern mit ihren Formen, die rechte Winkel vermeiden, etwas an Hundertwasser. Ihm ist wichtig, sichtbar zu machen, dass Häuser auch Seelen und Charakter haben. Für den geflüchteten palästinensischen Bildhauer ist es ein „normaler Prozess, Mitglied im BBK zu werden und ein Teil meiner Integration“.