Kempen: Narren hoffen auf Nachholtermin

Kempen: Narren hoffen auf Nachholtermin

Im Gespräch ist eine Neuauflage des Kempener Zuges an Karneval 2017. Entschieden ist aber noch nichts.

Kempen. Bis zuletzt hatten die Jecken gehofft, dass der Kempener Rosenmontagszug trotz Sturmwarnung stattfinden kann. Am Montag um 9.25 Uhr gab es dann keine Hoffnung mehr: „Soeben ist der Zug abgesagt worden“, informierte Stadtsprecher Christoph Dellmans die WZ. Alle Beteiligten von Feuerwehr, Polizei, Stadt und Kempener Karnevalsverein (KKV) betonten, dass ihnen diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist. „Mit Blick auf die Sicherheitslage musste so entschieden werden“, sagte KKV-Zugleiter Theo Balters. Mit Blick auf seine Gefühlslage machte er deutlich: „Es sind einige Tränen geflossen.“

Feuerwehr-Chef und Einsatzleiter Franz-Heiner Jansen war sich am Montagmittag im WZ-Gespräch bewusst, dass die Entscheidung zur Absage alles andere als populär ist. Zumal sich am Mittag sogar die Sonne zeigte und von Regen und Sturm fast keine Spur war. „Wir haben in solchen Momenten aber keine andere Wahl. Es tut mir leid für alle, die sich viel Arbeit gemacht und möglicherweise viel investiert haben. Aber die Sicherheit von zehntausenden Teilnehmern und Besuchern geht vor.“

Und diese konnten Feuerwehr und Polizei zum Zeitpunkt der Absage am Morgen nach eigenen Angaben nicht garantieren. „Wir haben es bis zum Schluss ausgereizt“, schildert Jansen die Gespräche der Verantwortlichen. „Es gab sogar schon ein Konzept für einen kürzeren Zugweg.“ Im Gespräch sei unter anderem gewesen, nur über den Ring zu ziehen und die Altstadtstraßen zu meiden. So hätten die Jecken möglicherweise schon vor der für den Nachmittag angekündigten Sturmfront in der Köhlerhalle sein können. „Um kurz vor halb zehn kam dann aber eine extreme Unwetterwarnung für die Region. Dann mussten wir absagen“, so der Leiter der Kempener Feuerwehr. Zumal sich die Städte Düsseldorf, Krefeld und Viersen da bereits für eine Absage entschieden hatten.

Als KKV-Präsident Heinz Börsch Morgen des Rosenmontags von der Absage erfuhr, hatte er zunächst wenig Verständnis für die Entscheidung der Sicherheitsbehörden. „Nach und nach wird mir aber klar, dass man keine andere Wahl hatte“, sagte der frühere Prinz am Nachmittag. „Vor allem als es gegen 12.30 Uhr aus allen Kübeln schüttete, hatte ich Verständnis.“ Der Vorstand des KKV habe dann schnell entschieden, die Köhlerhalle schon um 12 Uhr zur Party zu öffnen.

Nicht ganz so schnell wird es gehen, bis eine Entscheidung feststeht, was denn nun aus dem Rosenmontagszug 2016 wird: Gibt es einen Nachholtermin? „Wir als KKV werden jedenfalls alles tun, damit der Zug nachgeholt wird“, sagte Heinz Börsch am Montag. Er werde das Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt suchen. „Ich hoffe, dass wir noch diese Woche eine Entscheidung treffen können.“

Mögliche Ausweichtermine sind aus Sicht von Börsch noch „reine Spekulation“. Kurzfristig wie in Vinkrath, wo der Zug am Samstag nachgeholt wird, gebe es in Kempen keine Möglichkeit. Mit Blick auf die Tennishalle als Veranstaltungsort für eine „After-Zug-Party“ sagte Börsch, dass diese nun bis Ende April gebraucht wird. „Erst dann beginnt die Tennis-Freiluftsaison.“ Vorher könne man die Halle nicht erneut für den Karneval schließen. Insofern könnten sich die Kempener Jecken ab Mai auf die Straße trauen.

Eine weitere Idee ist, den Zug 2017 nachzuholen, weil in Kempen ja ohnehin nur alle drei Jahre an Rosenmontag gezogen wird. „Die nächste Session ist recht lang. Insofern hat die Idee, den Zug 2017 nachzuholen, ihren Charme“, so Börsch, der aber ganz deutlich machte: „Wir müssen das jetzt in aller Ruhe mit der Stadt besprechen. Stand jetzt, gibt es definitiv noch keine Alternative.“

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