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Kreis Viersen: Nach Insolvenz von Taxi Janssen - Jetzt ermittelt die Staatsanwalt

Kreis Viersen : Nach Insolvenz von Taxi Janssen - Jetzt ermittelt die Staatsanwalt

Verschleppung der Insolvenz und Betrug lautet der Verdacht.

Kreis Viersen. Der Insolvenzfall Taxi Janssen ist nun auch ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Nachdem in den vergangenen Wochen bereits die Rede von Unregelmäßikeiten im kriselnden Unternehmen war, bestätigte Axel Stahl, Sprecher der Staatsanwaltschaft, jetzt entsprechende Ermittlungen. Ermittelt werde wegen des Verdachts des Betrugs und der Insolvenzverschleppung, so Stahl. Mit Blick auf das laufende Verfahren machte der Staatsanwalt zu Details keine weiteren Angaben.

Das Unternehmen mit rund 640 Mitarbeitern, das in Lobberich sitzt und unter anderem in Kempen, Grefrath, Nettetal, Viersen sowie im Kreis Kleve unterwegs ist, befindet sich seit Anfang November zunächst im vorläufigen und seit 1. Dezember im Insolvenzverfahren. Nach Angaben von Mitarbeitern wurden seit September keine Löhne mehr gezahlt. Ein Gläubigerantrag auf Insolvenz ging am 24. Oktober beim Krefelder Amtsgericht ein. Erst am 2. November folgte ein Insolvenzantrag der Geschäftsführung. Insolvenzverwalter ist der Düsseldorfer Anwalt Axel Kleinschmidt.

Dieser machte zu strafrechtlichen Ermittlungen auf WZ-Anfrage keine Angaben. Er bestätigte lediglich, dass eine Lohnsteuerprüfung des Finanzamtes laufe. Dies sei aber in einem Insolvenzverfahren „nicht unüblich“. Gleiches gelte für eine Prüfung der Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Rentenversicherung. Diese habe im Fall Janssen aber noch nicht stattgefunden.

Aus Mitarbeiterkreisen erfuhr die WZ indes, dass es weiterhin Unstimmigkeiten bei der Auszahlung der September- und Oktoberlöhne gibt. Fahrer warten nach eigenen Angaben immer noch auf Geld. Kleinschmidt führt dies auf Unstimmigkeiten zurück, die daraus resultierten, dass es im Bereich der Lohnbuchhaltung noch eine Menge aufzuarbeiten gibt. Die Novembergehäter sollen aber mit dem heutigen Tag überwiesen werden, wie Kleinschmidt gestern sagte. Ebenso gebe es in „Notfallsituationen“ auch Vorschüsse auf die Dezemberlöhne.

Im Verfahren hat der Insolvenzverwalter nach eigenen Angaben seit Kurzem Unterstützung von einem „externen Berater aus der Taxibranche“. Auf die Frage, ob dieser auch ein möglicher Interessent für die Übernahme des Betriebs sei, machte Kleinschmidt keine Angaben. Nach Informationen der WZ handelt es sich um einen Düsseldorfer Taxiunternehmer. Mit Blick auf eine Nachfolgeregelung hat sich Kleinschmidt das Ziel gesetzt, Ende Februar Klarheit zu haben. Er sei weiterhin zuversichtlich, dass das Unternehmen fortgeführt wird.