Kempen : Zwei Uhus namens „Fluffy“ und „Puffy“?

Eine Vielzahl von Besuchern zog am Wochenende das Hoffest auf Gut Heimendahl an.

Mit großen Augen bleiben Nico und Philipp vor den beiden Uhus stehen. „Es sind europäische Uhus, die jetzt einen Monat alt sind. Es sind ein Junge und ein Mädchen, und wir suchen derzeit Namen für sie“, sagt Carolin Husemann. Für 50 Cent kann sich jeder bei der Namenswahl beteiligen, wobei es für den Gewinner zwei Schnupperstunden mit Greifvögeln samt einem Suppenessen auf Gut Heimendahl gibt. Bei den beiden Jungen, vier und neun Jahre alt, setzt das Überlegen ein. Fluffy ist schließlich der Favorit Nicos, während sich Philipp für Puffy entscheidet. Die Teilnahmekarten werden ausgefüllt und verschwinden in der großen Box. Ein letzter Blick geht zu den Uhus und den beiden Wüstenbussarden, dann geht es mit den Eltern weiter auf Entdeckungsreise.

Zum Hoffest wurden Namen für die jungen Uhu-Zwillinge gesucht

 Auf Gut Heimendahl ist das Hoffest angelaufen, und das hat einiges für die Besucher parat. Die Waldschule lockt, der Glockengießer Ferdinand Ostermaier arbeitet an einer Form für eine kleine Glocke. Das Familienzentrum „Unter den Weiden“ lädt zum Herstellen von Glückssteinen ein, und im Bauwagen von Friederike Knorre können die Besucher Beton einmal von einer ganz anderen Seite erleben. „Beton ist nicht nur zum Bauen da, man kann daraus auch wunderschöne Sachen machen“, bemerkt die Künstlerin.

Ein ganzes Heer aus bunten Pilzen wächst vor dem Stand von Esther Barth. Allerdings nicht essbar, sondern aus Keramik. Dazu kommen Keramikobjekte, die wie lange Zipfelmützen aussehen, aus denen Strohhalme herausragen. Ein Schildchen verkündet, dass es sich um Insektenhotels handelt. Das sind Lebensräume für ganz spezielle Insekten. Es sind Ohrenkneiferhäuser. „Ohrenkneifer fressen Blattläuse und sind damit mehr als nur nützlich“, erklärt Barth. Der „Edeltrödel“, wie ihn Beatrice von Heimendahl liebevoll beschreibt, den sie zusammen mit ihrer Tochter Cosima zugunsten der Hofanlage verkauft, lässt viele Herzen höher schlagen. Wobei es nahezu zu jedem der schönen Stücke eine Geschichte zu erzählen gibt. Die plüschigen Monsterschultüten von Tatjana Snida, die nach Schulanfang ein Kissen werden können, ziehen ebenso an wie die handgearbeiteten Taschen und Rucksäcke von Petra Otten. Der Clou sind ihre Beutel, die sie aus Verpackungsmaterial wie Gummibärchen- und Chipstüten herstellt.

Mit großen Interesse beobachten viele hinter den Schafweiden die Arbeit des Rückepferds Eliot. Das fünfjährige französische Kaltblut zieht, geführt von Daniel Proske, eine Fichte aus dem Wald hinter den Wiesen von Gut Heimendahl. Auf Hochtouren läuft auch die Arbeit bei den Schafpferchen. Die Scherer lassen die Maschinen surren, während ihnen selber die Schweißperlen über die Gesichter laufen. Rund zwei Minuten dauert eine Schur, dann liegt das Wollflies auf dem Boden. An den Gattern knubbeln sich die Besucher, um die Schur (fast) hautnah zu erleben. Klopfgeräusche bestimmen indes die Arbeit von Josef Wawer. Der Essener klopft mit einem Kunststoffhammer Teelöffel auf einem Holzklotz platt.

Wie fertige Schmuckstücke aus ehemaligen Bestecken aussehen, kann ein jeder Besucher an seinem Stand sehen. Kopf einziehen heißt es an der Jurte des Bonner Mongolei-Shops. Im Inneren fasziniert das handbemalte Holzgerüst, auf dem die Zeltbahnen liegen. „In der Mongolei würde aufgrund der kalten Temperaturen noch ein Filz eingezogen“, erklärt Hanna und deutet auf ein Foto, das eine komplett eingerichtete Jurte mit Teppichen und Möbeln zeigt. Socken und Handschuhe aus Yakwolle halten die meisten Besucher zum ersten Mal in der Hand, wobei die Wolle ganz besondere wärmende Eigenschaften hat. Schließlich fallen die Temperaturen in der Mongolei auf bis zu minus 40 Grad. Hoch fliegen die Schaukeln am alten Kinderkarussell, das per Muskelkraft angetrieben wird. Die gelb-grüne Bummel-Hummel voller kleiner und großer Besucher kommt auch gerade an. Die Rundtouren sind für die meisten Gäste beim Hoffest einfach ein Muss.

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