Müll-Problem sorgt für Aufsehen

Müll-Problem sorgt für Aufsehen

Auf einen WZ-Bericht zum Grefrather Schwingbodenpark melden sich einige Leser. Bürgermeister will das Thema verstärkt angehen.

Grefrath. „Die sinngemäße Aussage am Artikelende, dass es im Park kein Drogenproblem geben würde, kann ich leider nicht bestätigen.“ Mit diesen Worten meldete sich jetzt ein WZ-Leser (Name der Redaktion bekannt) zu einem Artikel der vergangenen Woche. Darin hatte sich ein anderer Leser über Müll und Vandalismus, aber auch über vermehrten Drogenkonsum im Grefrather Schwingbodenpark beschwert. Laut Ordnungsamtsleiter Norbert Franken ist während der Kontrollen im Schwingbodenpark jedoch nichts Auffälliges festgestellt worden.

Foto: WZ

„Ich hätte die Aussage erwartet, dass dort in 200 Metern Entfernung zum Spielplatz ein Problem existiert, es aber noch angegangen werden muss. Ich finde, es soll hier nichts schöngeredet werden“, heißt es in dem Leserbrief, der die Redaktion kürzlich erreichte. Reaktionen wie diese gab es nach dem Artikel „Ärger über Müll im Grefrather Park“ einige. Aufgrund der Brisanz des Themas möchte jedoch keiner seinen Namen in der Zeitung wiederfinden. Viele Parkbesucher berichten aber von ähnlichen Beobachtungen, das „Treiben dort“ sei allgemein bekannt.

Auch die Kreispolizei hat einen Vermerk dazu vorliegen. „Die Ermittler haben am 22. März eine Meldung erhalten. Diese wurde vom Ordnungsamt aufgegeben“, so Pressesprecher Wolfgang Goertz. „Das Ordnungsamt hatte Hinweise auf Drogen rauchende Jugendliche im Park erhalten. Bestätigen konnten die Ermittler dies aber nicht.“

In seiner Beschwerde beschreibt der WZ-Leser sehr genau, was er im Schwingbodenpark beobachtet hat. „Im Bereich des Wassertretbeckens wird gedealt und konsumiert, bei schlechtem Wetter am Aussichtsturm. Dies kann mit etwas Ausdauer beobachtet werden“, heißt es da. Zudem wird von einer starken Verschmutzung dieser Stellen berichtet. Bei gutem Wetter sei der Bereich bis in die Abendstunden mit jungen Erwachsenen besetzt, teilt der Leser mit: „Der Platz ist stark vermüllt. Fäkalien und Toilettenpapier sind hinter den Bäumen zu finden. Auf den Böden sind regelmäßig Aluminiumpapierreste zu finden, in welchen die Drogen verpackt waren. Zeitweise riecht es auffällig.“

Mit den Leserreaktionen zum Thema Schwingbodenpark konfrontiert, macht auch Bürgermeister Manfred Lommetz deutlich, dass dies ein Problem sei, das gelöst werden müsse. Wie schon von Ordnungsamtsleiter Franken angekündigt, werde es verstärkte Begehungen des Ordnungsamtes geben. Im Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) sei personell aufgestockt worden. „Das können wir jetzt möglicherweise nutzen, um im Park tätig zu werden“, sagt der Bürgermeister.

Mehr personelle Möglichkeiten gibt es nach Angaben von Lommetz auch im Bereich des Bauhofs. Dort seien derzeit zwei saisonale Arbeitskräfte eingestellt — beide für drei Monate. Künftig müsse man darüber nachdenke, ob diese Kräfte ihre Saison schon im Mai mit Beginn des wärmeren Wetters starten. Das muss laut Lommetz noch besprochen werden.

Damit nicht immer nur der „Dreck anderer Leute“ aufgeräumt werden müsse, will Lommetz nach den Sommerferien das Gespräch mit den Verantwortlichen der Sekundarschule und auch mit den beiden Streetworkerinnen sowie mit dem Ordnungsamt suchen. „Was können wir gemeinsam tun, um eine Vermüllung oder gar Schlimmeres zu vermeiden?“ Unter dieser Frage soll das Problemthema angegangen werden.