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Kempen: Müll am Berufskolleg: Anwohner lassen nicht locker

Kempen : Müll am Berufskolleg: Anwohner lassen nicht locker

Nach „abwimmelnden“ Briefen von Stadt und Kreis laden die Nachbarn nun zu einer Gesprächsrunde.

Kempen. Die Anwohner des Berufskollegs an der Terwelpstraße lassen mit Blick auf das dortige Müllproblem nicht locker. In Briefen an Schulleitung und Stadt Kempen hatten sie sich über die Zustände an „ihrer“ Straße beschwert: Täglich würden hunderte Schüler das Gelände verlassen, um im Umfeld der Terwelpstraße ihre Pausen zu verbringen. Zu allem Übel soll dabei jede Menge Müll — unter anderem Zigarettenkippen — liegen bleiben (die WZ berichtete).

Nun berichten die Anwohner, dass sie bereits seit gut zwei Jahren „abwimmelnde“ Briefe von der Stadt und von der Schulbehörde des Kreises Viersen bekämen. Auch mit den jüngsten Reaktionen — unter anderem hat die Stadt einen zusätzlichen Papierkorb aufgestellt — sind die Nachbarn der Schule mit rund 2500 Schülern nicht zufrieden. Der Abfalleimer sei eine „freundliche Geste“. Und das „freundliche Bedauern“ seitens des Kreises Viersen, der Träger des Berufskollegs ist, helfe den Anwohnern nicht.

Deshalb haben die Kempener Einwohner nun zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Geplant ist ein Abend mit Vertretern aus der Bundes- und Landespolitik, wie die Anwohner nun der WZ mitgeteilt haben. Das Treffen findet am kommenden Freitag, 28. April, um 18 Uhr in der Gaststätte „Zum Bergwirt“, Kerkener Straße 9, statt.

Im Beisein der Politiker wollen die Anwohner Lösungsansätze diskutieren. Das Berufskolleg hat bislang keine konkreten Lösungen in Aussicht stellen können.

Auf Anfrage der WZ hatte Schulleiterin Elke Terbeck gesagt: „Ich kann die Anwohner sehr, sehr gut verstehen. Aber mir sind die Hände gebunden.“ Eine Art Raucherecke würde sie gerne einrichten, darf das aber wegen des Nichtraucherschutzgesetzes auf dem Schulgelände nicht.

Um die Schüler vom Bürgersteig fernzuhalten, bringen die Lehrer sie während der Pausen auf eine kleine Fläche, die dem Kreis gehört. Aber auch die liegt in unmittelbarer Nähe der Terwelpstraße. „In den drei Pausen halten sich da jeweils rund 200 der insgesamt 2500 Schüler auf“, sagt die Schulleiterin.

Weitere Flächen, die dem Kreis gehören, gibt es in der Nähe des Schulgeländes nicht. Terbeck hofft, dass die geplanten Verbesserungen auf dem Schulhof eine Entlastung bringen. Dort sollen in Abstimmung mit der Schulversammlung Sitzgelegenheiten und Sportgeräte installiert werden.

Die Hoffnung ist, dass dann nicht mehr so viele Schüler ihre Pausen außerhalb des Schulgeländes verbringen. Schulleiterin Elke Terbeck appelliert aber auch an die Eltern, auf ihre Kinder einzuwirken, damit diese ihren Müll nicht mehr einfach auf die Straße werfen.