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"Mein Kempen": Zwei Filme werden ausgezeichnet

Projekt: Kinder und Jugendliche filmen „ihr Kempen“ : Jugendliche filmen „ihr“ Kempen

Das Interesse am Campus-Projekt war nicht besonders groß.

Es hat von April bis Juni gedauert, das Filmprojekt „Mein Kempen“ im Campus und es sollte junge Leute zu kleinen Film-Profis machen. Dazu waren eigens mit Alexander Spelsberg und Achim Böcking zwei Medientrainer engagiert worden. Videotechnik und -bearbeitung, Schnitt und Kameraführung, das alles konnten sie vermitteln. Die Resonanz war trotzdem bescheiden und einige Jugendliche, die sich für das Projekt angemeldet hatten, haben nicht durchgehalten. Schließlich waren nur zwei Filme entstanden. Sie wurden am Freitag im Campus vorgestellt und prämiert. Die beiden Teams bestanden aus jeweils drei Mädchen. Sie bekamen je 50 Euro „Gage“ und eine kleine Skulptur als Trophäe.

Für Marc Schneider, den Leiter des Campus, ist es nichts Ungewöhnliches, dass Kinder etwas beginnen und dann nicht zu Ende führen: „Diese Tendenz hat zugenommen“, erklärte der 39-Jährige. Schneider war in Elternzeit, als das Projekt lief, ihn hatte Martin Weiß vertreten. Was jetzt bei der Präsentation der beiden Filme, die als gleichwertig beurteilt wurden, auffiel: Die Jugendlichen, die „ihr“ Kempen mit dem, was sie lieben und vermissen darstellen sollten, wählten fast identische Plätze, die ihnen besonders am Herzen liegen, wie die Burg oder die Pfarrkirche St. Marien. Nein, zu kritisieren hatten sie nichts.

Und die Kurzfilme, in denen die Akteure auftauchten, um zum Beispiel über die Historie zu berichten, sprühten nur so vor Begeisterung. Zum Team „Einhorn“ gehörten Xenia Opacsiti, Lena Frendo und Marie Michler, das Team „Flamingo“ bestand aus Ylvie Krüger, Linda Schemberg und Hannah Göbel.

Die Mädchen sind zwischen neun und 13 Jahre alt und machten ausnahmslos einen pfiffigen Eindruck. Xenia Opacsiti ist zwölf Jahre alt und besucht die siebte Klasse des Thomaeums. Sie hatte sich mit ihrer besten Freundin Lena Frendo (12) angemeldet – zu den zwei Mädchen stieß dann noch Marie Michler (13). Trotz der kreativen Ader möchte Xenia, die mit Mutter Astrid, Bruder Jan (9) und Vater Chriistian ins Campus kam, am liebsten Steuerberaterin werden.

„Ich filme gerne und habe eine Chance zu lernen, wie man Filme schneidet“, sagt Lena Frendo. Mit dem Ergebnis sei sie sehr zufrieden. Und sie hat auch schon einen Platz für die Trophäe ausgesucht: „Die kommt auf meinen neuen Schminktisch.“

Linda Schemberg war mit ihren neun Jahren die Jüngste der Filmpreisträgerinnen. Sie besucht die Grundschule in St. Hubert. Ihr Vater Axel hatte von dem Projekt, das von der Stiftung der Deutschen Telekom gesponsert wurde, in der Zeitung gelesen und seine Tochter spontan neugierig gemacht. Sie war mit Feuereifer bei der Sache und hat keinen der vier Tage, die sie für die Filmproduktion geopfert hat, bereut.