Markus Maria Profitlich: Ein Stehaufmännchen auf Tour

Markus Maria Profitlich: Ein Stehaufmännchen auf Tour

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Ingrid Einfeld und dem Musiker Andy Muhlack begeistert Markus Maria Profitlich in der Albert-Mooren- Halle 250 Besucher.

Oedt. Wer zweieinhalb Zentner Blödsinn auf 1,90 Meter verteilt darstellt, ist ein Profi in Sachen Körpersprache und Komik. Comedian Markus Maria Profitlich gastierte am Samstagabend vor 250 Gästen mit seinem neuen Programm „Stehaufmännchen“ in der Albert-Mooren-Halle. Darin gibt der Bonner den Ratgeber in modernen Zeiten — einen, der kein Fettnäpfchen auslässt. Unterstützt wurde er auch auf der Oedter Bühne von seiner Ehefrau Ingrid Einfeld und von dem Musiker Andy Muhlack.

Trotz Funkloch des Handy-Navis, diesem digitalen Blindenhund, weiß er, wo er ist: „Oedt. Ja, ich habe mir den Namen ja nicht ausgedacht.“ Mit pseudo-autobiografischen Geschichten stellt er sich vor als jemand, der Meerschweinchen als Drachen missbraucht, sich die Fingernägel amputiert und als bofrost-Fahrer freien Blick auf Elfis Dolomiten hat. Profitlichs Stimme ist elastisch wie Gummi, seine Mimik pointiert und saukomisch.

Herrlich inkorrekt lästert er über Partnerbörsen im Internet: „Gibt’s da ein Rückgaberecht?“ Sich selbst nimmt er am wenigsten ernst, mimt in Leggins und Tütü den russischen Kreativen.

Bei aller Schrägheit darf nicht vergessen werden, dass Profitlich tatsächlich ein Stehaufmännchen ist: Vor drei Jahren zwang ihn eine schwere Lungenentzündung in die Knie. Die Stimme war weg und aus der dreiwöchigen Kur wurde ein längerer Genesungsaufenthalt.

Wieder auf Tour ging der Zweieinhalb-Zentner-Mann daher erst 2010 — später als geplant. Nun, 2012, ist Profitlich erneut unterwegs und gibt Überlebenstipps für die heutige, komplizierte Welt. Man könnte auch sagen: Er mimt erneut den „Erklär-Bär“, den er einst in der Nachrichtensatire „Wochenshow“ des Fernsehsenders SAT 1 gab.

Auch nach 100 Minuten reiner Spielzeit und einer Zugabe war noch nicht Schluss: Profitlich, Einfeld und Muhlack verkaufen an einem langen Tisch das bei Bastei erschienene Buch „Stehaufmännchen“ und gaben Autogramme. Danach ging es in den Urlaub — denn das Gastspiel in Oedt war der Abschluss der aktuellen Tournee. kr

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