Maria Vohwinkel und Rudolf Mesel aus Kempen feiern 90. Geburtstage

Maria Vohwinkel und Rudolf Mesel : Gleich zwei Kempener feiern 90. Geburtstag

Vor 90 Jahren kamen Maria Vohwinkel und Rudolf Mesel auf die Welt.

. Maria Vohwinkel, geborene Zenten, feiert am morgigen Donnerstag, 15. August, ihren 90. Geburtstag. Sie stammt aus St. Hubert, hat aber holländische Wurzeln. Lange hat sie in Kamperlings gelebt, erst Am Weihbusch, später am Lindenweg. Sie kann sich noch gut daran erinnern, dass ihre Familie ausgerechnet am 1. September 1939, genau zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, ein Siedlerhaus bezog. Nach dem Tod ihres ersten Mannes heiratete sie ein zweites Mal. „Ich habe mich nie unterkriegen lassen”, erklärt die Seniorin, die einen Sohn und eine Tochter hat. Neben der Familie hat sie auch immer gearbeitet, erzählt Vohwinkel: Erst 19 Jahre als Köchin im Hospital zum Heiligen Geist, später 19 Jahre bei TeNeues.

Heute lebt Vohwinkel an der Comeniustraße. Ihren Haushalt erledigt sie immer noch selbst. Auch Autofahren ist für sie kein Problem. Sie genießt die Grünarbeit, die sie in ihrem kleinen garten an ihrer Wohnung verrichten kann.. „Ich mach alles mit bloßen Händen”, sagt sie und freut sich, wenn alles blüht. Ihren Geburtstag will Vohwinkel am Sonntag im Bruxhof nachfeiern: Immerhin erwartet sie neben dem stellvertretenden Bürgermeister Otto Birkmann 58 Gäste aus der Familie und dem Freundeskreis.

Schon jetzt freut sie sich auf den Tag. Denn sicherlich gibt es in dem großen Kreis jede Menge zu erzählen, und es werden dann wohl auch viele Erinnerungen aufleben. In die Zukunft sieht sie gelassen. Man müsse Gott dankbar sein für alles und einfach jeden Tag so annehmen, wie er kommt.

Die Familie Mesel
stammt aus Barcelona

Und es gibt noch jemanden, der am Donnerstag Geburtstag hat: Eigentlich kommt Rudolf Mesel aus Bayern, seit 2002 lebt er in Kempen. Morgen wird er 90 Jahre alt. Geboren wurde Mesel in Barcelona, seine Familie war dorthin 1926 ausgewandert. Als in Spanien der Bürgerkrieg ausbrach, zogen sie zurück nach Deutschland. Das sei nicht leicht gewesen, erinnert er sich, denn hier brach dann der Krieg aus, und er musste Soldat werden. Glücklicherweise habe er diese Zeit gut überstanden. In Bayern lernte er auch seine Frau Elisabeth kennen, mit der er 62 Jahre lang verheiratet war. Noch heute sagt er, dass sie eine wunderbare Frau gewesen sei, in die er sich gleich verliebt habe. Leider war es beiden nicht vergönnt, Kinder zu bekommen, bedauert er.

Dafür genießt Mesel es umso mehr, durch seine Schwester, die in Kempen lebt, eine große Familie um sich zu haben, mit der er am Wochenende auch den runden Geburtstag in einem Restaurant feiern wird. Gelernt hat er den Beruf des Uhrmachers und Juweliers: „Ein sehr schöner Beruf.” Denn da konnte er auch kreativ arbeiten. Über 28 Jahre hat er mit seinem Wissen für einen Kaufhauskonzern gearbeitet. Dort war er Einkäufer für die edlen Waren. Das sei immer interessant gewesen, erzählt Mesel. Er bereut auch nicht, die bayrische Heimat verlassen zu haben, und fühlt sich in Kempen sehr wohl. Zur Wohnung gehört ein Garten, den er immer noch selbst pflegt. Ansonsten könne er sich immer gut beschäftigen – auch wenn er nicht mehr so gut sehen und hören kann, aber das nimmt Mesel ganz gelassen. sr

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