Maria landet mitten in der Moderne

Maria landet mitten in der Moderne

Schülerinnen der Liebfrauenschule haben ein besonderes Kunstwerk geschaffen. In der Dorenburg geht’s bald ums Heiraten und das Oedter Altenheim verkleinert sich.

Grefrath. Altes und Neues verbinden — das haben neun Oberstufenschülerinnen der Liebfrauenschule in Mülhausen mit einem Kunstwerk geschafft. Unter Anleitung ihrer Kunstlehrerin Stella Hoffmann haben die 16- bis 17-Jährigen eine 15 Quadratmeter große Szenerie auf eine triste Seitenwand gemalt. Diese befindet sich im Eingangs-Bereich zum Pausenzentrum. Das besondere an dem Kunstwerk: Vor der Wand steht eine ältere Marienplastik aus Gips, die sich mit dem Wandgemälde im Hintergrund zu einem Fresko verbindet. Anders als großformatige Renaissance-Kunstwerke aus Kirchen und Museen zeigt das Wandbild der Elftklässlerinnen nicht etwa das letzte Abendmahl oder das jüngste Gericht, sondern eine moderne U-Bahn-Szenerie mit Menschen verschiedener Herkunft. Zu finden ist zum Beispiel eine Mutter mit Kinderwagen, eine Reinigungskraft oder ein Muslim mit Kaftan und Kopfhörer — und mittendrin eben auch Maria. Schulleiter Lothar Josten sieht die Grundhaltung der Schule „Unserer lieben Frau“ so auf eine moderne Dimension gehoben. „Die Madonnenfigur steht schließlich als Symbol für die christliche Tradition unserer Schule“, so Josten. Auch die Leiterin des Projekts freut sich über das neue Kunstwerk. „Ich muss die Schülerinnen ausdrücklich loben für ihre Frustrationstoleranz. Entstanden ist etwas Hochmodernes“, sagt Oberstudienrätin Hoffmann.

Foto: Lothar Kemski

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ — diesen Spruch zum Thema Hochzeit hat wohl jeder schon einmal gehört. Um den schönsten Tag im Leben dreht sich eine neue Sonderausstellung im Niederrheinischen Freilichtmuseum, Am Freilichtmuseum 1. Sie soll die Kulturgeschichte der Hochzeit im Wandel der Zeit zeigen. Von November 2018 bis Februar 2019 wird die Ausstellung in der Dorenburg zu sehen sein. Damit das Thema abwechslungsreich dargestellt werden kann, hofft das Museums-Team auf die Unterstützung der Menschen am Niederrhein. Gesucht werden interessante Exponate, welche die Besitzer dem Museum für die viermonatige Ausstellung ausleihen würden.

Foto: Axel Küppers

„Anhand der Ausstellungsstücke möchten wir schöne, rührende und lustige Geschichten erzählen und den Schwerpunkt auf den Niederrhein legen“, sagt Museumsleiterin Anke Wielebski. Ob Kennenlernen des Paares, Verlobung, Polterabend, niederrheinische Letsch oder sogar Grüne, Silberne, Goldene oder Diamantene Hochzeit — die Zeitspanne für gesuchte Exponate ist groß. In die Ausstellung passen historische Verlobungs- und Eheringe genauso wie Brautkleider, Fotos, Hochzeitsgeschenke, Mitgift und Aussteuer, Videos oder Hochzeitsbräuche. „Idealerweise sollten die Exponate einen Bezug zum Niederrhein haben“, sagt Museumsmitarbeiterin Dominique Walraevens. Wer Informationen zum sogenannten Hochzeitsbitter oder Hochzeitslader hat, der früher von Tür zu Tür ging, um die Gäste einzuladen, kann diese auch gerne einreichen. Wer etwas beisteuern möchte, erreicht Dominique Walraevens unter Tel. 02158/917312 oder per E-Mail:

dominique.walraevens@ kreis-viersen.de

Bleiben wir noch einen Moment im Freilichtmuseum. Wer mit offenen Augen durch Wälder und Wiesen streift, kann sich den Gang in den Supermarkt sparen. Klingt komisch, stimmt aber. Zumindest mit geübtem Auge finden sich am Wegesrand viele Leckereien. Die Rede ist von Wildkräutern, die überall in der Natur zu finden sind — auch im heimischen Garten, wenn man der Natur freien Lauf lässt. Denn viele der Pflanzen, die teilweise sogar eine heilende Wirkung haben, werden als Unkraut verrufen und gejätet. Dabei schmecken sie als Salat oder Gemüsebeilage sehr lecker. Jedoch ähneln sich viele der Pflänzchen, einige dürfen nicht verzehrt werden und können sogar unangenehme Nebenwirkungen haben. Damit Hobbyköche und andere Interessierte nur die richtigen Pflanzen zupfen, bietet Celia Nentwig zwei Kräuterwanderungen im und rund um das Niederrheinische Freilichtmuseum an. Dazu gibt es einige Tipps zu Verzehr und Zubereitung. Die Veranstaltungen am Sonntag, 22. April, richten sich an Erwachsene. Die erste Wanderung beginnt um 11, die zweite um 15 Uhr. Treffpunkt ist das Eingangsgebäude, Am Freilichtmuseum 1. Beide Rundgänge dauern etwa zwei Stunden. Die Teilnahme kostet zehn Euro pro Person. Anmeldung unter Tel. 02158/91830.

Die Winterpause ist vorbei: Ab Sonntag öffnet der Heimatverein Oedt die Burg Uda wieder für Besucher. Sie ist dann wieder regelmäßig bis zum 28. Oktober sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Von der Plattform des Bergfrieds aus haben Besucher einen Ausblick über die Niersgemeinde. Zudem berichten die Mitglieder des Heimatvereins immer wieder Geschichtliches und Wissenswertes über die Burg, den Ort Oedt und die Niers. Der Eintritt ist frei, über eine Spende freut sich der Heimatverein. Zudem bieten die Mitglieder auch Führungen für Gruppen an. Termine können unter Tel. 02158/6315 oder 02158/5273 vereinbart werden. Übrigens: Am 1. Mai veranstaltet das Niederrheinische Freilichtmuseum Grefrath wieder den traditionellen Mairitt. In diesem Jahr erreichen die historischen Gespanne zum ersten Mal auch die Burg Uda. Gegen 12.45 Uhr wird der Kutschenkorso an der Burg erwartet. Neben der Präsentation der Wagen beweisen die Kutscher ihr Können auch durch Geschicklichkeitsübungen.

heimatverein-oedt.de

In der vergangenen Woche machte ein großer Lastwagen halt vor dem Oedter Altenzentrum an der Oststraße. Dabei handelte es sich um einen Hilfstransport, den die Mitarbeiter des Altenzentrums gemeinsam mit dem Grefrather Malteser Hilfsdienst auf den Weg nach Osteuropa geschickt haben. Mit vereinten Kräften wurde der Lkw beladen, bevor er sich zunächst auf den Weg Richtung Polen und von dort aus in die Ukraine machte. Beladen wurde er mit einem Dutzend Betten, einigen Rollstühlen, Rollatoren, Liftern sowie Verbandsmaterial. „Wir sind froh, dass wir die noch sehr guten Pflegebetten einer nützlichen Wiederverwendung zuführen können“, sagt Bernd Spangenberg, Einrichtungsleiter des Diakonie-Altenzentrums. Wegen der 80-Prozent-Regelung für Pflegeeinrichtungen war das Oedter Altenzentrum gezwungen, sich von den voll funktionsfähigen Geräten und Betten zu trennen. Zur Erklärung: Eine Senioreneinrichtung darf nur noch einen 20-prozentigen Anteil an Zweibettzimmern vorhalten.

„Wir haben jetzt von 164 auf 119 Plätze reduziert“, so Bernd Spangenberg. Daher wird in Oedt wie auch in anderen Einrichtungen derzeit großräumig umgebaut. Nur im Kempener Von-Broichhausen-Stift zieht sich das Ganze noch weiter hin (die WZ berichtete). Zurück nach Oedt: „Wir arbeiten auf verschiedenen Ebenen mit den Maltesern zusammen und sind froh, dass der Hilfstransport vom örtlichen Hilfsdienst koordiniert wird“, so Spangenberg. Die Hilfskonvois ab Oedt ins polnische Allenstein haben Tradition. Im Osten ist der Standard in der pflegerischen und medizinischen Seniorenbetreuung sehr viel niedriger als in Deutschland. Daher helfen die Malteser in Grefrath und auch in Kempen schon lange bei den Hilfstransporten. Allein die Grefrather Malteser brachten in knapp 20 Jahren mehr als 60 Konvois auf den Weg.

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