Grefrath: „Man kennt hier einfach jeden“

Grefrath : „Man kennt hier einfach jeden“

Alwine Heyer lebt bereits ihr ganzes Leben in Mülhausen. Sie macht bei vielen Aktionen mit und hat auch selbst viele Ideen.

Mülhausen. In Mülhausen zu leben ist einfach schön, findet Alwine Heyer. Und sie muss es wissen. Schließlich lebt sie schon ihr ganzes Leben in Grefraths kleinstem Ortsteil. Die Mutter von drei Söhnen und Oma von vier Enkelkindern ist die gute Seele des Familienbetriebs, der Schreinerei Heyer, aber auch vieler Mülhausener Vereine. Durch ihre Lebensfreude und Herzlichkeit ist sie vielen Grefrathern bekannt. Mülhausen hat einiges zu bieten, sagt sie.

„Man kann hier einfach toll Fahrrad fahren. Man ist schnell in Kempen oder in Grefrath, kann dort ein Eis essen oder was trinken“, sagt Alwine Heyer. Sie ist auch froh, dass es die Liebfrauenschule hier gibt. „Das bringt Leben in den Ort.“ Der Park am Kloster ist ihr Lieblingsplatz in Mülhausen. Dort, wo es grünt und blüht, kann man ruhige Momente genießen.

Aber am wichtigsten sind natürlich die Menschen. Sie machen den Ort aus. „Man kennt hier einfach jeden“, sagt die Mülhausenerin. Und auf Hilfe aus der Nachbarschaft kann man sich — besonders in schweren Zeiten — immer verlassen. Da müsse man gar nicht lange bitten.

Gibt es einen Mülhausener Verein, in dem die Familie Heyer nicht aktiv ist? Da müssen Wolfgang und Alwine Heyer erst einmal überlegen. Schützen, Feuerwehr, Frauengemeinschaft, Kirchbauverein — überall mischt man mit. Ihr jüngster Sohn Peter hatte die St. Heinrich/St. Vitusschützen-Bruderschaft beim Fest 2009 angeführt. Von dem schönen Fest schwärmt Alwine Heyer heute noch.

„Aber es war wahnsinnig viel Arbeit“, erinnert sie sich. Schon im Winter ging das Rosendrehen los. Mit den Papierblumen werden traditionell die Häuser und Straßen zum großen Fest geschmückt. Viele Leute gingen an der Hauptstraße ein und aus. Im nächsten Jahr wird wieder mit gefeiert. Der älteste Sohn, Thomas, wohnt mittlerweile in Vinkrath und ist dort aktuell Minister der Laurentiusschützengesellschaft.

Langsam gehen aber erst einmal die Vorbereitungen für ein anderes Brauchtumsfest los. Die Katholische Frauengemeinschaft bringt in jedem Jahr mit viel Engagement eine Damensitzung in der Albert-Mooren-Halle auf die Bühne — natürlich nicht ohne Alwine Heyer. Die konnte man in den vergangenen Jahren schon als Andrea-Berg-Double, böser Wolf oder schrullige Ehefrau erleben. Jetzt im Herbst gehen die Planungen für die nächste Session los.

Auch wenn sich im Ort alle kennen, heißt das nicht, dass man sich abschottet. So freut sich Alwine Heyer, dass das Neubaugebiet Klostergarten viele junge Familien nach Mülhausen geführt hat — mit vielen Kindern, die nun den Kindergarten oder die Schule im Ort besuchen können. Wichtig ist ihr, auch selbst etwas für die Verschönerung des Ortes zu tun. „Jeder muss halt ein bisschen mitgucken“, findet sie - und geht selbst mit gutem Beispiel voran. Im vergangenen Jahr hat sie zusammen mit einem Nachbarn eine 150 Quadratmeter große Fläche an der Ecke Grasheider/Kempener/Hauptstraße in Eigenregie neu bepflanzt (die WZ berichtete). Sie würde sich freuen, wenn auch andere ihrem Beispiel folgen und Patenschaften für Beete übernehmen würden. Für eine Verbesserung hat sie sich schon etwas ausgeguckt: den kleinen Spielplatz an der Kirchstraße. „Da müsste noch mal ein Klettergerüst oder so etwas hin“, findet sie.

Mehr von Westdeutsche Zeitung