Lobberich: Schüler gehen auf Senioren zu

Lobberich: Schüler gehen auf Senioren zu

Die Klasse 10c der Gesamtschule Breyell schenkt Bewohnern der Lobbericher Residenz einen bunten Nachmittag.

Lobberich. Schweigen, keiner spricht ein Wort. Senioren und Schüler sitzen an den Tischen, mustern sich verstohlen. Da sagt ein Mädchen zu ihrer Tischnachbarin: "Hallo, ich bin Birte! Und wie heißen Sie?" Die alte Frau neben Birte lächelt: "Hallo, Birte, ich bin Frau Schiffers!" Der Bann des Schweigens ist gebrochen, überall entstehen Gespräche, Kaffeetassen klirren, hier und da Lachen. Und so wird er für alle unvergesslich, der bunte Nachmittag, den die Gesamtschüler den Bewohnern der Seniorenresidenz bereiten.

"Ich bin gespannt, wie die alten Leute so leben", meint die 16-jährige Maria zu Beginn des Besuches. Sie gehört zu den 23Schülern der Klasse 10c der Gesamtschule Breyell, die an diesem Nachmittag nach Lobberich gekommen sind.

Die Idee dazu ist im überkonfessionellen Religionsunterricht entstanden. Lehrerin Sabine Richter: "Uns geht es um Fragen des Miteinanders in der Gesellschaft, wie wir füreinander da sein können." Die Schüler wollen deshalb für ihre alten Mitmenschen da sein.

Der Kontakt zur Curanum-Seniorenresidenz ist schnell geknüpft, Rowitha Schilden und Judith Wasseige vom Betreuungsdienst führen die Gäste durchs Haus. Einige Schüler gehen schließlich mit Bewohnern im Rollstuhl spazieren, andere lesen in den Zimmern vor oder helfen denjenigen beim Essen, die das nicht mehr so gut können. Spaß haben alle beim gemeinsamen Bingospiel und beim Singen - bei alten Volksliedern können die jungen Leute kaum mithalten.

"Wir sind alle beeindruckt von der herzlichen Begegnung, einige Schüler haben weitere Besuche versprochen", staunt Lehrerin Richter. Betreuerin Schilden lobt die jungen Leute: "Unsere Bewohner sind alle begeistert."

So begeistert, dass sich Senioren und Schüler beim gemeinsamen Kaffeetrinken nahe kommen, schließlich munter miteinander plaudern. Anna Schiffers erzählt Birte von ihrer Zeit in Hinsbeck. Birte fragt: "Haben Sie vielleicht meinen Opa in Hinsbeck gekannt?" Anna Schiffers lächelt und nickt.

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