Lobberich: Liebenswert und oft verspottet

Lobberich: Liebenswert und oft verspottet

Auf dem Lobbericher Markt ist am Sonntag der bronzene „Wenkbüll“ enthüllt worden.

Lobberich. "Es ist schon mutig, sich für den Wenkbüll als Symbolfigur zu entscheiden. Er ist ja ein liebenswürdiger Mensch, wird aber und in den Nachbarorten immer wieder verspottet", sagte Bürgermeister Christian Wagner am Sonntag bei der Enthüllung des Denkmals auf dem Lobbericher Marktplatz. Aber: "Der Wenkbüll ist ein optimistischer Bürger, der mit Vertrauen in die Zukunft blickt. Solche Bürger brauchen wir."

"In Harmonie vereint" spielte der Musikverein Cäcilia Hinsbeck unter Leitung von Josef Hova, als der Vorsitzende des Verkehrs -und Verschönerungsvereins (VVV) Lobberich und CDU-Landtagsabgeordnete Christian Weisbrich zusammen mit der Künstlerin Loni Kreuder die Symbolfigur Lobberichs, den "Wenkbüll", enthüllte. Zur Einweihung der Bronzefigur kamen einige hundert Schaulustige zum neugestalteten Lobbericher Markt, dessen Sanierung jetzt mit dem "Wenkbüll" neben dem alten Dorfbrunnen abgeschlossen ist.

Mit Hüpfburg und Kasperlebühne hatte der VVV auch für die Kinder gesorgt. Hochbetrieb herrschte am verkaufsoffenen Frühkirmes-Sonntag in der Lobbericher Fußgängerzone.

"Ein Traum geht heute in Erfüllung und selbst der Himmel freut sich mit uns über die Ankunft eines neuen Mitbürgers, der Lobbericher Wesen verkörpert wie kein anderer", bemerkte Weisbrich. Er begrüßte ganz besonders Johannes Thodam, der die Charakter-Eigenschaften des "Wenkbülls" beschrieben, und die Künstlerin Loni Kreuder, die diese Beschreibung umgesetzt hat.

Große Freude herrschte bei allen Beteiligten darüber, dass der Lobbericher Stadtkern in neuem Glanz erstrahlt. "Wir im VVV haben lange davon geträumt, der Innenstadt ein unverwechselbares Gesicht zu geben. Wir wollten, dass man in Lobberich noch schöner wohnt", so Weisbrich. Dies sei eindrucksvoll gelungen.

Die Stadt habe in enger Zusammenarbeit mit Anwohnern und VVV ein überzeugendes Gestaltungskonzept entwickelt. "Wir waren der Meinung, dass dieser schöne Platz ein Wahrzeichen erhalten sollte, mit dem sich alle Lobbericher identifizieren können."

Deshalb hatte der VVV 2003 einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Unter den vielen Einsendern haben mehrere die Figur eines "Wenkbülls" vorgeschlagen. Sieger des Wettbewerbs war Johannes Thodam, weil der den "Lobbericher an sich" besonders liebenswert beschrieben hat.

Er ließ damals wissen: "Gerade die alteingesessenen Bürger sind stolz darauf, in den anderen Stadtteilen Nettetals und auch darüber hinaus als ,Wenkbüll’ erkannt zu werden. Der Lobbericher Wenkbüll ist schlicht und ergreifend ein typischer niederrheinischer Gemütsmensch - immer lustig."

Zusätzlich verriet Johannes Thodam in seiner Bewerbung auch noch, wie sein "Traum-Wenkbüll" aussehen sollte: "Leicht untersetzt, mit sichtbarem Bauchansatz, weißes Hemd, Smoking, schwarze Fliege, Zylinder, Gehstock, weißer Schal. Ein bisschen wie Johannes Heesters."

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