Leuth: Neue Besitzer retten Tierfutterfabrik Rodi

Leuth: Neue Besitzer retten Tierfutterfabrik Rodi

Rodi Petfood hat einen neuen Eigentümer: Die Bosch-Saturn Tiernahrung GmbH. Die Arbeitsverträge bleiben gültig.

Leuth. Aufatmen bei Rodi Petfood am Dellerweg: Es gibt einen neuen Eigentümer. Die eigens gegründete Bosch-Saturn Tiernahrung GmbH übernimmt das Werk zur Herstellung von Tierfutter- ein Erfolg für den Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Peter Houben (Düsseldorf).

Hektische Verhandlungen gab es noch am Dienstag und Mittwoch. Zwei Manager, einer aus Süddeutschland, einer aus Norddeutschland, waren seit Anfang der Woche in der Leuther Mühle einquartiert. Sie sollen das Leuther Werk in die Firmenstrukturen der beiden Eigentümer eingliedern.

Schon vor dem Jahreswechsel konnten 60 der 71 Rodi Petfood-Mitarbeiter aufatmen: Bei einer Betriebsversammlung wurde ihnen mitgeteilt, dass ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben. Allerdings wurde elf Frauen und Männern, vor allem aus der Verwaltung, zum Jahreswechsel gekündigt.

Am Dienstag gab es eine weitere Betriebsversammlung, diesmal mit Vertretern der neuen Eigner. Dafür haben sich deutsche Unternehmen zusammengetan, die in der Herstellung von Heimtier-Nahrung führend sind: die Bosch Tiernahrung GmbH & Co. KG aus Blaufelden-Wiesenbach (Kreis Schwäbisch-Hall, Baden-Württemberg) und die Saturn Petfood GmbH (Bremen), eine Tochter der Heristo-Gruppe.

In NRW, vor allem im Rhein-Ruhr-Raum und in den süd-östlichen Niederlanden, waren die Firmen bisher noch nicht vertreten. Deshalb interessierten sie sich für das Leuther Werk. Das gehört zu den modernsten und profitabelsten Europas. 2007 wurden fünf Millionen Euro in zwei neue Produktionslinien investiert, so dass die Produktionskapazität nahezu verdoppelt wurde. Das Aus kam Mitte 2009, als der spanische Haupteigentümer Grupo Dibaq Liquiditätsprobleme hatte. Trotz sehr guter Auftragslage musste Anfang Oktober Insolvenz angemeldet werden.

Ab Montag soll die Kurzarbeit vorbei sein. Dann soll wieder im Drei-Schicht-Betrieb produziert werden. Besonders erfreulich für die verbliebenen Mitarbeiter: ihre Arbeitsverträge wurden übernommen. Damit bleiben die zum Teil aus bis zu 40 Jahren Betriebszugehörigkeit gewachsenen Rechte erhalten.

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