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Landwirte aus Grefrath: Unruhe auf dem Fleischmarkt

Corona-Folgen : Landwirte: Unruhe auf dem Fleischmarkt

Keine Bundesliga, keine Stadtfeste, kein irgendetwas. Der Grefrather Landwirt Gregor Optendrenk und seine Kollegen haben in der Coronakrise mit deutlich geringerem Absatz zu kämpfen.

Die Coronakrise macht auch den Grefrather Landwirten zurzeit einen Strich durch die Rechnung. Eigentlich hätten sie am nächsten Wochenende gerne zu ihrem Aktionstag „Frag doch mal den Landwirt“ eingeladen. Der musste nun verschoben werden. Einen neuen Termin hat man ins Auge gefasst, den sich Interessierte schon notieren können: „Frag doch mal den Landwirt“ soll am Sonntag, 14. Juni, 11 bis 16 Uhr auf dem Milchviehbetrieb Siepen, Floethütte 9, in Grefrath, stattfinden.

Organisiert wird der Aktionstag von einer Grefrather Gruppe von „Land schafft Verbindung“. Diese bundesweite Organisation hatte schon mitgeteilt, dass aufgrund der Corona-Krise die Aktionen zurzeit ruhen. „Trotz der weiterhin schwierigen Lage der deutschen Landwirte – in Bezug auf beispielsweise die Düngeverordnung – wollen und werden wir Landwirte verantwortungsbewusst handeln und uns auf unsere ureigenste Aufgabe konzentrieren, die uns am Herzen liegt: die sichere Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln in ausreichender Menge. Wir sind mit unseren regionalen Produkten ein wichtiger Baustein, um bei Weltwirtschaftskrisen die Versorgung unserer Bevölkerung sicherzustellen, egal ob mit Eiern, Fleisch, Obst, Gemüse, Milch oder Kartoffeln“, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation.

„Wir hoffen, dass die aktuelle Situation vielleicht dazu beiträgt, dass die Bevölkerung den Wert von Lebensmitteln wieder zu schätzen weiß“, sagt der Grefrather Landwirt Gregor Optendrenk, der zusammen mit sechs weiteren Landwirten den Aktionstag auf die Beine gestellt hat.

Die aktuelle Corona-Situation sorgt für mächtig Unruhe – auch bei den Landwirten, sagt Optendrenk, der selbst einen Schweinemastbetrieb führt. Zum Beispiel auf dem Fleischmarkt. Viele Schlachtunternehmen haben Probleme ihre Betriebsabläufe zu organisieren, weil Personal fehlt. Und da nahezu das gesamte Außer-Haus-Geschäft durch Kantinen, Catering oder Gastronomie ausfällt, ist der Absatz von Rindfleisch regelrecht eingebrochen. Auch große Absatzmärkte wie die Spiele der Fußball-Bundesliga sind von heute auf morgen weggefallen. Zurzeit läuft eine große Umstrukturierung, die auch dazu führen kann, dass momentan die Fleischtheken im Supermarkt mal leer sind. Von Kollegen aus der Region weiß Optendrenk zudem vom drohenden Problem der fehlenden Erntehelfer. Da seien die Grefrather Betriebe, die oft Milchvieh- und Schweinehaltung sowie Ackerbau betreiben würden, eher weniger betroffen.

Dazu seien Probleme, die zum Beispiel die neue Düngeverordnung den Landwirten bereitet, weiterhin vorhanden. Diese werde wohl nicht mehr zu stoppen sein, vermuten die Grefrather Landwirte, die nun wenigstens auf eine Übergangslösung hoffen.

Die Landwirte würden sich freuen, wenn viele Interessierte zum Aktionstag am 14. Juni kommen und direkt mit den Landwirten über ihre Fragen ins Gespräch kommen. In den vergangenen Jahren habe es in der Technik der Landwirtschaft eine große Entwicklung gegeben. Vieles habe sich positiv verändert, in Sachen Tierhaltung, aber zum Beispiel auch in der Gülletechnik. Das wolle man den Menschen zeigen. Neben der Besichtigung des Milchviehbetriebes gibt es Infos zu den Themen Schweinehaltung, Massentierhaltung, Gülle, Pflanzenschutz und Insektensterben, dazu einen Grillstand, Kaffee und Kuchen, Hüpfburg, Strohburg und weitere Aktionen für Kinder.