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Kunstrasen — auch in Tönisberg und St. Hubert?

Kunstrasen — auch in Tönisberg und St. Hubert?

Haben ähnliche Modelle wie in Kempen auch in anderen Stadtteilen eine Chance? Die WZ hat die Politiker gefragt.

Kempen. Die Fußballer des SV Thomasstadt Kempen sind fast am Ziel: Der Kunstrasen an der Berliner Allee ist auf den Weg gebracht. Nach der Kommunalwahl soll es an die Ausschreibung gehen. Für das ersehnte künstliche Grün steuert der Verein eine erhebliche Summe bei: 150 000 Euro an Spenden und Muskelkraft werden investiert. Dazu kommen 470 000 Euro aus der Stadtkasse, wobei 300 000 Euro ohnehin für die Sanierung des Aschenplatzes an der Berliner Allee vorgesehen waren.

Foto: Kurt Lübke

Aber auch in St. Hubert und Tönisberg wird Fußball gespielt. Im Bergdorf kickt die erfolgreichste Seniorenmannschaft Kempens — in der Landesliga. In beiden Stadtteilen gibt es ebenfalls den Wunsch nach Kunstrasen, um wetterunabhängig trainieren und spielen zu können. Gerade in St. Hubert gibt es seit vielen Jahren die Diskussion, ob das Grundstück des Aschenplatzes, An Eulen, nicht auch bebaut werden könnte. Und im Gegenzug ein Kunstrasen an der Stendener Straße entstehen könnte.

Deshalb werden in der letzten Folge des WZ-Wahlchecks die Möglichkeiten für St. Hubert und Tönisberg ausgelotet. Die fünf im Stadtrat vertretenen Fraktionen sind gefragt: Möchten Sie solche Projekte wie in Kempen in ähnlicher Form auch in St.Hubert und Tönisberg angehen?

„Die Frage stellt sich uns derzeit nicht. Wir werden eine verantwortungsbewusste Entscheidung in Abhängigkeit von Haushaltslage und Nutzung dann treffen, wenn eine Sanierung der Plätze zwingend geboten ist. Auch im Wahlkampf werden wir keine leichtfertigen Versprechen abgeben, die wir nicht halten können.“

„Die Notwendigkeit und der Nutzen für die Allgemeinheit bestimmen unser Handeln. St. Hubert ist schon lange ein neuer Sportplatz versprochen worden. Eine Eigeninitiative des ortsansässigen Vereines wäre hilfreich. Man muss abwarten, wie sich die St. Huberter positionieren.“

„Ja. Wenn die Verwaltung ein dauerhaft anzustrebendes Vertragsmodell entwickelt, das vorsieht, dass die Hauptbelastung im Rahmen einer Grunderneuerung eines Aschenplatzes auf Seiten der Stadt vorsieht und zugleich eine tragbare Beteiligung der hauptnutzenden Vereine beinhaltet — sofern diese eine Umwandlung in einen Kunstrasenplatz wünschen.

„In St. Tönis baut ein Fußballverein (Teutonia, Anm. der Redaktion) einen neuen Kunstrasenplatz ohne Steuergelder. Das finden wir vorbildlich. Wir werden in Kempen keinen weiteren Kunstrasenplatz mit Steuergeldern finanzieren können. Wir dürfen nicht nur die Fußballer bevorzugen, sondern wir müssen auch an andere Vereine denken.“

„Wir haben den Kunstrasenplatz in Kempen an der Berliner Allee immer konsequent unterstützt, da er auch in den Wintermonaten ein geregeltes Fußballtraining für die vielen Kinder- und Jugendmannschaften sowie den Schulsport ermöglicht. Dies gilt bei Sanierungsbedarf auch für andere Ortsteile. Hallen wären deutlich teurer. . .“