Debatte im Kreis Viersen Zukunft des interkommunalen Museumsdepots fraglich

Kreis Viersen · Die SPD-Kreistagsfraktion beantragt, das Projekt des interkommunalen Museumsdepots zurückzustellen.

 Der Kreis Viersen braucht mehr Platz, um Inventar des Freilichtmuseums, das nicht ständig ausgestellt ist, zu lagern.

Der Kreis Viersen braucht mehr Platz, um Inventar des Freilichtmuseums, das nicht ständig ausgestellt ist, zu lagern.

Foto: Norbert Prümen

(rei) Bei ihren aktuellen Beratungen des Entwurfs des Kreishaushalts 2024 müssen sich die Kreispolitiker auch mit einer Ausgabenposition befassen, die im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau eines interkommunalen Museumsdepots steht. Dazu hatte die Kreisverwaltung vor etwa drei Jahren eine so genannte Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die SPD-Kreistagsfraktion will das Vorhaben nun stoppen und hat beantragt, im Etatentwurf für das laufende Jahr entsprechende Gelder zu streichen. Etwa 131.000 Euro könnten eingespart werden. Eine Entscheidung darüber muss der Kreistag im Zuge der Verabschiedung des Kreishaushalts 2024 am 21. März treffen.

Der SPD-Antrag beschäftigte jetzt den zuständigen Kulturausschuss des Kreistages. Die Sozialdemokraten bemängeln, dass die bisherigen Planungen für ein solches Depot „ohne eine ausreichende Berücksichtigung des tatsächlichen Bedarfs im Kreis Viersen“ abgelaufen seien. Zum Hintergrund: Der Kreis Viersen braucht fürs Inventar des Niederrheinischen Freilichtmuseums in Grefrath, das nicht ständig ausgestellt ist, zusätzlichen Lagerraum.

Gespräche mit dem Kreis brachten noch keine Klarheit

Vor geraumer Zeit hat der Kreis bei anderen Museen in der Region angefragt, ob sie sich an einem solchen interkommunalen Depot beteiligen wollten. Neben dem Niederrheinischen Freilichtmuseum zeigten das Städtische Kramer-Museum in Kempen, das Textilmuseum „Die Scheune“ in Hinsbeck und das Niederrheinische Museum in Kevelaer Interesse. Sie wurden vom Kreis Viersen im März 2021 mit ins Boot genommen.

Den Mitgliedern des Kempener Kulturausschusses wurde das Vorhaben erstmals im Juni 2023 öffentlich vorgestellt. Das Interesse der Stadt Kempen an einem solchen Depot – es soll in der Nähe des Freilichtmuseums in Grefrath angesiedelt werden – war damals angesichts möglicher Kosten gering. Gespräche zwischen Kreis und Stadt haben bislang keine Klarheit für die Kempener Seite gebracht.

Offen scheint nach Ansicht der Sozialdemokraten im Kreistag aktuell auch zu sein, ob sich das Museum in Kevelaer an dem Projekt beteiligt. Der Kreistag in Kleve hat im November vorigen Jahres wohl eine Beteiligung an den Kosten abgelehnt. Zudem ist die Zukunft des Textilmuseums in Hinsbeck ungewiss.

Die SPD kritisiert in ihrem Antrag die mangelhafte Kommunikation des Kreises mit den potenziellen Partnern und regt das Ende der Planungen an. Das wiederum will der Kreis nicht. Notfalls werde man eine Lösung ohne Partner umsetzen, denn zusätzlicher Lagerraum fürs Freilichtmuseum werde nun mal benötigt, so Kreisdirektor Ingo Schabrich. Die CDU-Kreistagsfraktion will daher das Projekt nicht aufgeben und die Mittel im Etat belassen. Die anderen Fraktionen haben noch Beratungsbedarf in dieser Sache.

(rei)
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