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Kreis Viersen: Unterstützung für das Gesundheitsamt

Corona-Krise : Kreis Viersen: Unterstützung für das Gesundheitsamt

Der Kreis Viersen bekommt Personal vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK).

Das Gesundheitsamt des Kreises Viersen leidet unter personellen Engpässen. Leitung und Stellvertretung in der Amtsführung sind derzeit nicht besetzt. Mitten in der Corona-Krise ist das eine Lage, die zu Problemen führt. Nun bekommt das Amt aber Unterstützung - und zwar durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) Nordrhein. Das teilte die Pressestelle des Kreises am Dienstag mit. „Der MDK stellt der Kreisverwaltung für die kommenden vier Wochen sechs seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung. Sie arbeiten während der Coronavirus-Pandemie im Gesundheitsamt mit“, so der Kreis.

„Gerade im Gesundheitsamt ist die Arbeitsbelastung aufgrund der aktuellen Lage besonders hoch. Angesichts noch immer steigenden Fallzahlen sind wir für jede fachliche Unterstützung dankbar“, so Landrat Andreas Coenen. Dieser hatte den Engpass im Amt am 17. März auf Anfrage der WZ eingeräumt. In dieser Stellungnahme verwies der Landrat auch darauf, bereits beim Land um personelle Verstärkung gebeten zu haben. Nun kommt diese vom MDK, das ansonsten zum Beispiel für die Pflegebegutachtung zuständig ist. Eine Unterstützung durch den MDK in verschiedenen Bereichen hatte jüngst auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft gefordert. Die Mediziner dieser Behörde könnten zur Bewältigung von personellen Engpässen beitragen.

Im Kreis Viersen soll das MDK-Sextett bei Arbeiten im Hintergrund zum Einsatz kommen, heißt es in der Pressemitteilung. „Das Team betreut Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet sind, und deren Kontaktpersonen telefonisch. Außerdem erhebt es Daten neuer Fälle und leitet diese weiter“, fasst Thomas Heil, Leiter des Krisenstabs, zusammen. Heil hatte am vergangenen Mittwoch diese Aufgabe von Katarina Esser übernommen. Wie berichtet, hatte Landrat Coenen die Dezernentin von allen Aufgaben freigestellt (die WZ berichtete). Zu den Gründen gibt es weiterhin keine offizielle Stellungnahme des Kreises.

Zum MDK-Team gehören die beiden Ärztinnen Dr. Silvia Steuer und Dr. Elke Merkel. Sie betreuen und beraten laut Krisenstab die Positivgetesteten, beurteilen den gesundheitlichen Verlauf und beenden gegebenenfalls den Zeitraum der häuslichen Quarantäne. „Zwei Qualitätsprüfer und ein Pflegegutachter nehmen den telefonischen Erstkontakt zu den Kontaktpersonen auf. Sie legen deren häuslichen Quarantäne-Zeitraum fest und vermitteln Informationen zu Hygienemaßnahmen und Verhaltensregeln während der Isolation. Zudem erfassen sie statistische Daten, unter anderem für den Krisenstab des Kreises.“ Eine Assistenzkraft übermittelt die Daten positiv getesteter Personen an das Robert-Koch-Institut (RKI).

(tkl)