David Nethen gründet queeren Verein im Kreis Viersen „Wir sind keine Standardfamilie“

Kreis Viersen · David Neil Nethen und sein Mann Bernd leben mit ihren drei Pflegekindern in Mülhausen. Anfeindungen haben sie selbst noch nicht erlebt, aber Hindernisse gibt es im Alltag durchaus. Ein Verein soll „queeren“ Menschen im Kreis Viersen helfen.

David Neil Nethen (links) und sein Mann Bernd freuen sich über ihr Familienleben. Andere „queere“ Menschen im ländlichen Raum zu unterstützen, ist das Ziel des neuen Vereins „Kreis Queersen“.

David Neil Nethen (links) und sein Mann Bernd freuen sich über ihr Familienleben. Andere „queere“ Menschen im ländlichen Raum zu unterstützen, ist das Ziel des neuen Vereins „Kreis Queersen“.

Foto: Norbert Prümen

Als sich David Neil Nethen mit 16 als homosexuell outete, hätte er sich sein späteres Leben nicht träumen lassen. Heute, 34 Jahre später, ist der 50-Jährige mit einem Mann verheiratet, lebt mit ihm und drei Kindern in einem Haus in Grefrath-Mülhausen und erlebt dort einen ganz normalen Familienalltag mit viel Freude und den dazu gehörenden gelegentlichen Reibereien. Damals lebte Nethen noch in Louisiana in den konservativen Südstaaten der USA – „und die erste Reaktion meines Vaters war die, dass er mich mit einer Waffe bedrohte und aus dem Haus warf“, sagt David Nethen. Er ist Vorsitzender des derzeit noch in Gründung befindlichen gemeinnützigen Vereins „Kreis Queersen“, der sich für die Rechte queerer Menschen einsetzt. „Queer“ ist eine Sammelbezeichnung für lesbische, schwule, bi-, trans- oder intersexuelle Menschen.