Schenkung ist Anlass Konzept für Kunst im öffentlichen Raum in Kempen

Kempen · Das Kulturamt erarbeitet Leitlinien, wie Kunstwerke im öffentlichen Raum besser zur Geltung kommen können.

Die sogenannte Kreisbank wurde 2001 auf der großen Grünfläche zwischen Burg und Burgring aufgestellt, musste aber nach mehrfacher Beschädigung wieder abgebaut werden.

Die sogenannte Kreisbank wurde 2001 auf der großen Grünfläche zwischen Burg und Burgring aufgestellt, musste aber nach mehrfacher Beschädigung wieder abgebaut werden.

Foto: Kaiser, Wolfgang (wka)

(rei) Die Stadt Kempen hat wieder einmal ein besonderes Angebot: Eine Kempener Familie möchte der Stadt ein Kunstwerk schenken. Bedingung: Das Objekt soll im öffentlichen Raum aufgestellt werden. Die Stadt ist über das Angebot hoch erfreut. Auch die Kempener Kulturpolitik ist von dieser Form des Bürgersinns angetan. Gleichwohl nimmt die Politik auf Antrag der Grünen die Angelegenheit nun zum Anlass, die Verwaltung mit einem umfassenden Konzept für Kunst im öffentlichen Raum zu beauftragen. Dem Grünen-Antrag schlossen sich alle Fraktionen in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses an. Bis zur November-Sitzung des Gremiums will das Kulturamt ein solches Konzept vorlegen. Wesentliche Bestandteile sollen eine Dokumentation und Bewertung sämtlicher auf öffentlichen Plätzen, an Straßen oder in Grünanlagen stehenden Kunstobjekte sein. Erarbeitet werden soll auch eine Pflegeplan zum Erhalt der Skulpturen. Nicht selten werden sie von Unbekannten beschädigt oder derart demoliert, dass sie abgebaut werden müssen. Die sogenannte Kreisbank des japanischen Künstlers Katsuhito Nishikawa ist ein Beispiel dafür. Das Kunstobjekt wurde 2001 auf der großen Grünfläche zwischen Burg und Burgring aufgestellt, musste aber zehn Jahre später nach mehrfacher Beschädigung wieder abgebaut werden. Der Verein „Denk mal an Kempen“ bemüht sich derzeit darum, dass das Objekt wieder installiert werden kann.

Das von der Politik nun beschlossene Konzept soll aber noch einen Schritt weiter gehen. Es soll Möglichkeiten aufzeigen, wie die einzelnen Objekte einer breiteren Öffentlichkeit besser nahegebracht werden können. Passanten gehen häufig achtlos vorüber, ohne die Bedeutung des Kunstwerks zu erkennen. Das Kulturamt bietet bereits Führungen an, bei denen einzelnen Skulpturen besonders in den Blick genommen werden. Dieses Angebot soll verfeinert werden. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Verwaltung, Politik – ergänzt um externe Kunstexperten – soll zudem festlegen, welche Kunstwerke künftig im Stadtgebiet dauerhaft oder vorübergehend gezeigt werden sollen. Dabei soll auch geprüft werden, ob und wie Objekte zur Stadt und ihrer Geschichte passen. Die Arbeitsgruppe soll ferner Empfehlungen geben, wo Kunstwerke im öffentlichen Raum am besten hinpassen. Die Erfahrung auch in der Stadt zeigt, dass nicht jede Skulptur, die auf einem Platz oder in einem Park aufgestellt wurde, dort auch den richtigen Standort hat. Bereits seit den 1970er-Jahren hat es immer wieder Kritik an Standorten gegeben, an denen Kunstwerke ohne Rücksichtnahme auf das unmittelbare Umfeld positioniert worden waren.

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