Kommentar zur Debatte um den St.Huberter Markt

Meinung : Einkaufen, nicht Shoppen

Alle Planungen in St. Hubert müssen mit Augenmaß geschehen. Ein Kommentar von WZ-Redaktionsleiter Tobias Klingen.

Zeiten ändern sich. Insofern müssen sich sicher auch Städte und Gemeinden ändern. Von daher ist der neuerliche Antrag von Hubert Peuker womöglich ein wichtiger Anstoß, um Gestaltung und Struktur des Kendeldorfes zu überdenken. Daher sollte sich die Politik unter Berücksichtigung verschiedener Interessen mit dem Thema befassen und neue Akzente für den Ortskern setzen.

Wie diese aussehen können, ist noch völlig offen. Genauso offen, wie die Vorlage der Stadtverwaltung. Mit dieser hat der inzwischen weggegangene Dezernent Marcus Beyer nicht viel festgezurrt. Das Bekenntnis der Stadtverwaltung, etwas verändern zu wollen, ist da. Jedoch ist das Ganze noch recht inhaltsleer. Was auch völlig in Ordnung ist. Schließlich soll die Politik auch für den Inhalt sorgen.

Trotz aller Offenheit wirkt die Vorlage an einigen Stellen dennoch überzeichnet. Vor allem wenn Vergleiche zu Outlet-Centern und dem „Einkaufen zur Freizeitgestaltung“ gezogen werden. Dass „man shoppen geht“, trifft sicher auf viele Standorte zu. Aber, alle St. Huberter mögen mir das verzeihen: eben nicht auf St. Hubert. Im Kendeldorf geht man nicht shoppen, dort kauft man ein. Dort holt man bei Poeth oder Stinges seine Brötchen, geht schnell bei Sparkasse oder Volksbank Geld ziehen und bringt vielleicht bei Lohbeck noch ein paar Blumen mit. Von daher müssen alle Planungen und Ideen mit Augenmaß vorangetrieben werden.

tobias.klingen@wz.de

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