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Kommentar zum Umgang mit der schlechten Haushaltslage in Kempen

Meinung : Keine Zeit für Wahlversprechen

Die schlechte Finanzsituation bringt die Wahlkämpfer in Kempen in eine missliche Lage.

Um es vorneweg deutlich zu machen: Die Stadt Kempen wird nicht am Hungertuch nagen müssen. Dazu ist die häufig als „Perle des Niederrheins“ bezeichnete Stadt einfach zu gut aufgestellt. Dennoch dürfen die Warnungen von Kämmerer Jörg Geulmann nicht ignoriert werden. Die politischen Fraktionen und letztlich auch die Bürgerinnen und Bürger werden sich darauf einstellen müssen, dass die hohen Standards in Kempen nicht in allen Bereichen aufrechterhalten können. Beginnend bei der in weiten Teilen durchaus üppigen Straßenreinigung und endend beim im Vergleich zu anderen Kommunen Top-Zustand von Straßen und Wegen.

Nach der Kommunalwahl wird es in Kempen bei vielen Themen um das Grundsätzliche gehen. Wohlwissend, dass zum Beispiel bei den so wichtigen Themen Schul- und Kita-Zukunft gar nicht gespart werden kann. Weil dort viel zu lange gespart worden ist. Für Parteien und Bürgermeisterkandidaten ist die schlechte Haushaltslage im Wahlkampf ein großes Problem. Jetzt einen Aufbruch anzukündigen, den es womöglich in weiten Teilen nicht geben wird, wird die Politikverdrossenheit bei Bürgerinnen und Bürgern nicht verkleinern.

Als Beispiel – und wirklich nur als Beispiel – sei der Kunstrasen für St. Hubert genannt, der seit Jahren versprochen ist, aber aus planungsrechtlichen Gründen nicht gebaut werden konnte. Nun kommen die Komponenten schlechte Finanzlage der Stadt und ein deutlicher Rückgang an aktiven Fußballern in St. Hubert hinzu. Wir reden also durchaus über eine freiwillige Leistung, die nicht mehr leistbar sein könnte.

tobias.klingen@wz.de